Adresse: 115035, Russland, Moskau, Sadovnicheskaya St. 52/45
Russisches Forschungs-und Bildungszentrum "Holocaust"
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Fernruf/Fax: (499) 995-21-82, (495) 953-33-62
E-mail: center@holofond.ru
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Über uns

Das Russische Forschungs- und Bildungszentrum „Holocaust“ wurde 1992 gegründet. Seit 1997 existiert darüber hinaus die interregionale „Holocaust“ Stiftung. Das “Holocaust” Zentrum ist die erste Organisation in einem Nachfolgestatt der UdSSR, deren Ziel es ist, das Gedenken an die Opfer des Holocaust zu erhalten. Dies geschieht durch verschiedene Kooperationen, im Rahmen derer Ausstellungen und Museen eröffnet werden und das Thema Holocaust in die Lehrpläne von Mittel- und Hochschulen eingearbeitet wird. Zu den wichtigsten Aufgabengebieten des „Holocaust“ Zentrums gehören die Durchführung von Gedenkveranstaltungen, die Förderung von Meinungsbildung sowie Interviews mit Zeitzeugen. Der erste Vorsitzende des Zentrums war der bekannte russischer Historiker und Philosoph Michail Gefter (1918-1995). Mehr als 200 russische Gelehrte, Journalisten, prominente Personen, ehemalige Ghetto-Häftlinge und Veteranen des Großen Vaterländischen Krieges sind Mitglieder der Stiftung. Regionale Vertreter des Zentrums gibt es in St. Petersburg, Blagovetschschensk, Kaliningrad, Krasnodar, Nishnyj Nowgorod, Voronesh, Vladimir, Rostow, Smolensk, Taganrog und Brest (Weißrussland). Alla Gerber, Schriftstellerin und Journalistin sowie Abgeordnete der fünften Staatsduma, ist zur Zeit Präsidentin der Stiftung und Co-Vositzende des Russischen Forschungs- und Bildungszentrums “Holocaust”. Ilya Altman, Historiker und Archivist, ist Co-Vorsitzender des Russischen Forschungs- und Bildungszentrums “Holocaust”. Der prominente russischer Anwalt Henry Reznik ist der Vorsitzende des Kuratoriums, dem auch andere Größen aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Politik angehören

Veranstaltungskalender

 

Neuigkeiten

Die Tätigkeiten des Zentrums „Holocaust“ werden durch die
Claims Conference (USA) unterstützt.

holocf.ru

04 Juni / Das Praktikum russischer PädagogInnen in Deutschland

8.-15. Mai /

Am 8. Mai startete in Berlin das diesjährige Seminar für russische PädagogInnen, das alljährlich vom Russischen Holocaust Zentrum und dem Haus der Wannsee-Konferenz organisiert wird. Unter den 16 TeilnehmerInnen des Seminars waren LehrerInnen von Hochschulen und Instituten, sowie  von weiterführenden Schulen, MitabeiterInnen aus Archiven und Museen, aus 6 verschiedenen Regionen Russlands. Traditionell war unter den TeilnehmerInnen  auch ein Vertreter aus einer der Republiken der frühren UdSSR: aus Moldawien (in den vergangenen Jahren waren auch TeilnehmerInnen aus Belarus, der Ukraine und Litauen am Seminar beteiligt).

Im Seminar gewannen die russischen PädagogInnen einen Einblick in die Lehrmethoden zum Thema Holocaust in deutschen Schulen, wie zum Beispiel im Gymnasium „Drei Linden“ (Berlin). Außerdem bekamen sie  Führungen durch die Museen das „Haus der Wannsee- Konferenz“ und dem „Deutsch-Russisches Museum Berlin Karlshorst“, in denen auch über die Aktivitäten der Museen aufgeklärt wurde. Zudem besichtigten die TeilnehmerInnen die Gedenkstätte Sachsenhausen. Besondere Aufmerksamkeit schenkten die TeilnhemerInnen den Problematiken beim Unterrichten des Holocausts, sowie den verschiedenen Lehrmethoden zu diesem Thema. Die russischen PädagogInnen teilten außerdem noch ihre eigenen Erfahrungen zum Thema Holocaust mit.

Das Seminar fand in interaktiver Form statt, im Laufe derer wurden die Probleme des psychologischen Empfindens  und die Problematiken des Holocausts angeschnitten  und die methodische Durchführung  dieser Arbeit analysiert.

Foto: vor dem Museum

 

 

24 Mai / Der Holocaust und die Verteidigung der Brester Festung: Neue Diskussionen

24. Mai /
Die siebte Sitzung der Vorlesungsreihe "Genozide des 20. Jahrhunderts und der heutigen Welt", wurde  vom russischen Holocaust Zentrum und vom Institut für Geschichte und Archive zusammen mit der Abteilung für Russische Geschichte der Neuzeit der Russischen Staatlichen Geisteswissenschaftlichen Universität organisiert. Die Vorlesung fand erstmals in Form eines Runden Tisches statt, um die schwierige Problematik des Holocaust und der Verteidigung der Brester Festung im Kontext neue vorliegender deutscher Dokumente zu erörtern.
2016 erschien in Smolensk der Sammelband "Brest. Sommer 1941" (im Original auf russ.: Брест. Лето 1941 г.) , der einen großen  Teil an neuen deutschen Dokumenten über den Kampf um die Brester Festung und den Holocaust beinhaltet (der Link für einen ersten Einblick in den Sammelband wurde schon früher auf unserer Seite veröffentlicht). Das Buch wurde von belarussischen Historikern und an deren Spitze vom deutschen Historiker Christan Ganzer aufbereitet. Das Buch wurde in Minsk und in Brest präsentiert und löste, wegen eines Artikels von Herrn Ganzer, eine große Zahl an Diskussionen aus.
Während der Sitzung stellte Christian Ganzer den TeilnehmerInnen der Vorlesung die Prozesse der Arbeit der Historiker Gruppe, zum Sammelband, vor. Im Laufe seiner Schlussfolgerungen stellte er seine Argumente und historische Basis vor, mit welcher er arbeitete. Als Antwort auf seinen Vortrag wurden zahlreiche Fragen gestellt und Kommentare, in welchen  Zweifel an der Relevanz einiger Phrasen aus dem einführenden Artikel hörbar wurden, und in welchen über die Ausweitung der historischen Basis, mit dem Ziel einer weitreichenderen Sicht auf das erörterte Thema gesprochen wurde, geäußert. Außerdem wurde ihm vom Leiter der Compiler- Gruppe für die horrende Arbeit, von der Aufbereitung der Dokumente bis zur Veröffentlichung, gedankt.
In der Sitzung nahmen professionelle GeschichtsforscherInnen, DoktorantInnen, VertreterInnen gesellschaftlicher Organisationen und wissenschaftlicher Magazine genauso wie VertreterInnen der Moskauer Schule Nr. 444, in welcher sich ein Museum im Namen von Jefim Moissejewitsch Fomin, einem Kommissaren der Brester Festung, befindet, teil.  

Foto:  Christian Ganzer

23 Mai / Praktikum von russischen und armenischen PädagogInnen in Israel

Vom 27. März bis zum 4. April 2016 fand in Jerusalem (Israel) das jährliche Seminar für LehrerInnen von allgemein bildenden Schulen und Hochschulen statt. Organisiert wurde das Seminar von der Internationalen Schule für Holocaust Studien von Yad Vashem. Am Praktikum nahmen TeilnehmerInnen aus 16 Regionen Russlands und außerdem aus Armenien teil. Unter den TeilnehmerInnen des Seminars waren Professoren sowie HochschuldozentInnen Geschichts-, Literatur-, und GeografielehrerInnen von weiterführenden Schulen, aber auch ArchivarInnen und MitarbeiterInnen von Kulturellen Institutionen und Verlägen.

Während der neun Tage konnten die TeilnehmerInnen Vorträge zur jüdischen Geschichte und zum Thema Holocaust besuchen, welche von führenden Spezialisten wie beispielsweise Dr. Zeev Dashevsky (Bar-Ilan-Universität), Dr. Vladimir Levin (Hebräische Universität), Dr. Arkadi Seltzer (Direktor des Zentrums für Studien der Sowjetischen Juden in den Jahren des Holocausts von Yad Vashem), Professor Michael Weisskopf (Hebräische Universität), Dr. Daniel Romanovsky (Hebräische Universität), Dr. Aron Shneer (Yad Vashem), Alla Gerber (Fond Holocaust), Professor Ilya Altman (Holocaust Zentrum), Dr. Yehuda Bauer (Yad Vashem) und anderen gehalten wurden.

Einzelne Arbeitsblöcke des Seminars widmeten sich dem Lehren des Holocaust. An der Seminareinheit  mit einer Präsentation persönlicher Projekte zum Thema Holocaust, die  fachgerecht in verschiedenen Themenblöcke unterteilt war, nahm die Mehrzahl der ZuhörerInnen teil. In einer anderen Seminareinheit wurden die TeilnehmerInnen in vier Gruppen eingeteilt und durften, mit Hilfe des Lehrprogramms von Yad Vashem, eigene Unterrichtsmodule und Aktivitäten außerhalb des Lehrplans ausarbeiten.

Im Laufe des Seminars wurden den TeilnehmerInnen noch die Vorrausetzungen der Lagerung der Dokumente des Kino-Video-Zentrums und der Bibliothek im einzigartigen Archiv Yad Vashems nahe gebracht. Die Seminareinheit wurde mit Exkursionen zu verschiedenen Abteilungen Yad Vashems, unterschiedlichen Städten Israels und ihren Museen, sowie einem Treffen mit David Taubkin, welcher als Kind ins Minsker Ghetto kam und Emil Sigel, einem Holocaust-Überlebenden, verbunden.

Das Seminar, welches von Noa Sigal (Internationale Schule Yad Vashem) betreut wurde, fand wie immer auf einem hohen Niveau statt und bekam eine begeisterte Resonanz der russischen PädagogInnen.

Foto: Dimitrij Astashkin (Nowgorod)


16 Mai / Das Praktikum russischer PädagogInnen in Deutschland

8.-15. Mai /
Am 8. Mai startete in Berlin das diesjährige Seminar für russische PädagogInnen, das alljährlich vom Russischen Holocaust Zentrum und dem Haus der Wannsee-Konferenz organisiert wird. Unter den 16 TeilnehmerInnen des Seminars waren LehrerInnen von Hochschulen und Instituten, sowie  von weiterführenden Schulen, MitabeiterInnen aus Archiven und Museen, aus 6 verschiedenen Regionen Russlands. Traditionell war unter den TeilnehmerInnen  auch ein Vertreter aus einer der Republiken der frühren UdSSR: aus Moldawien (in den vergangenen Jahren waren auch TeilnehmerInnen aus Belarus, der Ukraine und Litauen am Seminar beteiligt).

Im Seminar gewannen die russischen PädagogInnen einen Einblick in die Lehrmethoden zum Thema Holocaust in deutschen Schulen, wie zum Beispiel im Gymnasium „Drei Linden“ (Berlin). Außerdem bekamen sie  Führungen durch die Museen das „Haus der Wannsee- Konferenz“ und dem „Deutsch-Russisches Museum Berlin Karlshorst“, in denen auch über die Aktivitäten der Museen aufgeklärt wurde. Zudem besichtigten die TeilnehmerInnen die Gedenkstätte Sachsenhausen. Besondere Aufmerksamkeit schenkten die TeilnhemerInnen den Problematiken beim Unterrichten des Holocausts, sowie den verschiedenen Lehrmethoden zu diesem Thema. Die russischen PädagogInnen teilten außerdem noch ihre eigenen Erfahrungen zum Thema Holocaust mit.

Das Seminar fand in interaktiver Form statt, im Laufe derer wurden die Probleme des psychologischen Empfindens  und die Problematiken des Holocausts angeschnitten  und die methodische Durchführung  dieser Arbeit analysiert.
Foto: vor dem Museum

22 März / Die unbekannten Archive des Holocausts

22. März
Die fünfte Sitzung der Vorlesungsreihe “Genozide des 20. Jahrhunderts und der heutigen Welt” fand im Institut für Geschichte und Archive der Russischen Staatlichen Geisteswissenschaftlichen Universität in Moskaustatt. Die Sitzung wurde vom Forschungs- und Trainingszentrum für die Geschichte des Holocaust und der Genozide der Universität organisiert. Die Vorlesung wurde von Ilya Altman, dem Co-Vorsitzenden des Russische Forschungs- und Bildungszentrums “Holocaust”  und Elena Malusheva, der Vorsitzenden der Fakultät für Archivstudien eröffnet.  RepraesentantInnen russischer Archive, Musen und Bibliotheken, sowie LehrerInnen, ForscherInnen und Studierende nahmen an der Vorlesung teil.
Die Direktorin der Ankaufsabteilung des Archivs von Yad Vashem (Jerusalem, Israel), Maria Ionina hielt einen Vortrag mit dem Thema “Die unbekannten Archive des Holocaust: suchen und finden in den “GUS” und Baltischen Ländern”. Die TeilnehmerInnen wurden, über die Besonderheiten des Ankaufs und  der Auswertung der Dokumente im Archiv von Yad Vashem, unterrichtet. Außerdem sprach Maria Ionina über verschiedene Methoden der Suche von Dokumenten über den Holocaust in der UdSSR  in Archiven der “GUS” und in den baltischen Staaten und sie stellte einige bevorstehende Pläne und Perspektiven dar.
Foto:
Maria Ionina


20 März / „Eine Fotochronik des Holocausts als historische Quelle“

20. März /
Der Runde Tisch, unter eben diesem Namen, fand am 20. März im Zentrum für Fotografie in Moskau statt.  Organisiert wurde der Runde Tisch von der israelischen Botschaft, dem polnischen Institut für Kultur in Moskau und dem Russischen Holocaust Zentrum im Rahmen der Ausstellung „Das Album von Auschwitz“.
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16 Februar / Antisemitismus des Nachkriegs Russlands unter Stalin

Die vierte Sitzung des Vorlesungsprogramms „Genozid des 20. Jahrhunderts und der Modernen Welt“ fand im Institut für Geschichte und Archive der Russischen Staatlichen Geisteswissenschaftlichen Universität statt. Der führende Forscher des Institust für Russische Geschichte der Russischen Akademie für Wissenschaften, Dr. Gennady Kostyrchenko hielt eine Vorlesung zum Thema „Anti- Jüdische Repressionen im Nachkriegs-Stalinismus: Neue Dokumente und Überlegungen“.
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28 Januar / Die Moskauer Regierung – Organisatoren der Veranstaltung des Internationalen Holocaust Gedenktages

In Moskau wurden schon das zweite Jahr in Folge, mit der Unterstützung der Moskauer Regierung, eine Reihe von Veranstaltungen, die dem Internationalen Holocaust Gedenktag gewidmet waren, abgehalten.
Die Ausstellung „Der Holocaust: Vernichtung, Befreiung, Rettung“, die am 25. Januar in der Lobby der Staatsduma der Russischen Förderation eröffnet wurde, war eines der Hauptereignisse.
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28 Januar / Die Internationale Konferenz „Der Holocaust: Gedenken und Vorbeugung“

Die 10. internationale Konferenz für StudentInnen und junge WissenschaftlerInnen, genauso wie die 16. internationale Konferenz für SchülerInnen „Der Holocaust: Gedenken und Vorbeugung“  fand vom 25. – 28. Januar in Moskau statt. Sie wurde vom Russischen Forschungs- und Bildungs- Holocaustzentrum und dem Zentrum fürs Lernen und Lehren über den Holocaust und Genozid der Russischen Staatlichen Geisteswissenschaftlichen Universität mit der Unterstützung der Moskauer Regierung, des Russisch-Jüdischen Kongresses, des Museums für Holocaust und jüdisches Erbe und des Instituts „Just World“ organisiert. In den drei Tagen hielten mehr als 80 TeilnehmerInnen aus verschiedenen Städten Russlands, Armeniens, Belarus´ und Deutschlands Vortrage und nahmen an den Gedenkveranstaltungen teil. Vorlesungen fanden an verschiedenen Orten statt, unter anderem in der Russischen Staatlichen Geisteswissenschaftlichen Universität, im Museum für Holocaust und jüdisches Erbe in der Gedenksynagoge auf dem Poklonnaya Hügel und zum ersten mal in der Staatsduma der Russischen Förderation. Die Konferenz wurde zu einem der wichtigsten Veranstaltungen der „Birkenau-Woche“ des Roten Armee und internationalen Holocaust Gedenktages.

27 Januar / Gedenkabend in Erinnerung an die Opfer des Holocaust

Am 27. Januar fand im Moskauer Theater „Helikon-Oper“ ein großer, dem internationalen Holocaust Gedenktag gewidmeten, Gedenkabend statt.
Organisiert wurde der Gedenkabend von der Moskauer Regierung, dem Russisch Jüdischen Kongress und dem Russischen Holocaust Zentrum mit Hilfe des Verbands der Jüdischen Gemeinden in Russland. Mehr als 500 TeilnehmerInnen besuchten die Veranstaltung, bekannte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, RegierungsbeamtInnen, DiplomatInnen, KünstlerInnen, Kriegsveteranen, ehemalige KZ- und Ghetto-Insassen, LehrerInnen, SchülerInnen und StudentInnen waren dabei. Es waren Repräsentanten der Botschaften, wie der deutsche Botschafter, Rüdiger von Fritsch, der Israelische Botschafter, Zvi Heifetz, der US-Amerikanische Botschafter John Tefft genau so wie die Botschafter und hochrangige Repräsentanten der Botschaften Armeniens, Albaniens, Österreichs, Belarus´, Ungarns, Griechenlands, Dänemarks, Spaniens, Italiens, Lettlands, Litauens, Frankreichs und vieler Länder mehr, anwesend.
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Mehr Information

Unsere Buecher

Wir können nicht schweigen: Schüler und Studenten über den Holocaust. Ausgabe 11:

Sammelband mit Arbeiten der Gewinner und Preisträger des 11. internationalen Schüler- und Studentenwettbewerbs. Der Band mit Studien und Aufsätzen über den Holocaust umfasst Beiträge aus 12 Regionen Russlands, der Ukraine und Weißrusslands. Die Arbeiten sind das Ergebnis von eigenständiger historiographisch-landeskundlicher und kulturwissenschaftlicher Studien, detaillierter Literaturstudie und eigenständiger philosophischer Überlegungen. Die Sammlung richtet sich an Forscher des Zweiten Weltkriegs, sowie an Lehrer, Studenten und Schüler.
Zur Umsetzung des Projekts wurden staatliche Fördermittel im Einklang mit der Verordnung des Präsidenten der Russischen Föderation vom 29.03.2013 Nr. 115-rn sowie des Moskauer "Joint"-Ablegers verwendet.

Lehren aus dem Holocaust und die Verletzung der Menschenrechte im heutigen Russland

Das Lehrmittel ist als Unterrichtsbeihilfe vorgesehen und soll den Wissensstand von Schülern und Studenten im Bereich der Menschenrechte verbessern. Auf der Basis der Lehren aus dem Holocaust werden vertiefende Kenntnisse im Bereich der Menschenrechte vermittelt. Die Autoren nutzen umfangreiche nationale wie internationale Erfahrungen im Hinblick auf die Bekämpfung von Rassismus, Xenophobie und Antisemitismus basierend auf modernen Unterrichtsmethoden. Hierzu zählen etwa der Einsatz von Dokumentarfilmen zeitgenössischer russischer Regisseure über den Holocaust sowie die Organisation von Diskussionen. An der Zusammenstellung des Lehrwerks waren Pädagogen aus 10 Regionen Russlands beteiligt. Es richtet sich an Historiker, Methodiker, Schul- und Universitätslehrer sowie Studenten.

Bei der Umsetzung des Projekts werden staatliche Fördermittel im Einklang mit der Verordnung des Präsidenten der Russischen Föderation vom 18.09.2013 Nr. 348-rn verwendet, die auf Wettbewerbsbasis durch den Zuwendungsgeber vergeben werden. Die Serie wird mit Unterstützung des Russischen Jüdischen Kongresses herausgegeben.

Ich überlebte Auschwitz

Das Buch ist das Zeugnis einer Frau, deren Mutter, Berta Sokolskaja, als polnische Einwanderin den Holocaust überlebte und nach dem Krieg unter den schwierigen Bedingungen Sowjetrusslands lebte. Erschreckt von allem, was sie umgibt und vereinsamt in der ihr gegenüber feindseligen Umgebung der sowjetischen Kleinstadt Jalta macht Berta, ihre kleine Tochter an der Hand, das Kind zum einzigen Zuhörer ihrer Geschichten von den schrecklichen Ereignissen des Zweiten Weltkriegs, die sie durchstehen musste.

Die Serie wird mit Unterstützung des Russischen Jüdischen Kongresses herausgegeben.

„Über mir selbst ein Feuer entfachen.“ (Originaltitel: „Вызывая огонь на себя/Vysyvaya ogon na sebja“) von Elena Ivanova. Die Situation der Juden unter der „Neuordnung“ der nationalsozialistischen Bes

  
„Über mir selbst ein Feuer entfachen.“
(Originaltitel: „Вызывая огонь на себя/Vysyvaya ogon na sebja“) von Elena Ivanova. Die Situation der Juden unter der „Neuordnung“ der nationalsozialistischen Besatzung, 1941-1943.
I.A. Altman, L.A. Terushkin, E.V. Testova (Verfasser), I.A. Altman (Hrsg.)
Moskau: Russisches Holocaustzentrum; Rostow am Don: Feniks, 2012. 160 S., Sprache: Russisch

Dieses Buch hat eine einzigartige Geschichte und eine einzigartige Autorin. Elene Alexeevna Ivanova war eine Großnichte von Fjodor Dostojewski. Die ehemalige Dorflehrerin verfasste mehrer Bücher über sowjetische Partisanen und Untergrundaktivisten im Großen Vaterländischen Krieg. Sie trug eine enorme Anzahl an Dokumenten zusammen, welche als Basis für die erste sowjetische TV Serie über den Krieg „Über uns selbst ein Feuer entfachen“ („Vysyvaem ogon na sebja“) diente. Ihr letztes Tun, welches sie über 10 Jahre lang beschäftigte, war die Ansammlung von Beweismaterial für den Holocaust und jüdischen Widerstand. Ihre Bemühungen führten zur Errichtung eines Denkmals, den ermordeten Juden von Roslawl im Gebiet Smolensk gewidmet.
In den späten 1960ern und 70er Jahren war der Holocaust ein Tabuthema in der UdSSR. Dennoch arbeitete Elena Ivanova an der Veröffentlichung ihres Manuskripts „Die Situation der Juden unter der „Neuordnung“ der nationalsozialistischen Besatzung 1941-1943“. Dessen Inhalt basiert auf dem Feldtagebuch der Autorin, in welchem sie Informationen durch mündliche Überlieferungen sammelte. Allerding konnte das Buch nicht zu ihren Lebzeiten (1896-1972) veröffentlicht werden.
Das Buch richtet sich an eine breite Leserschaft und somit an alle, die sich für den Holocaust und den Zweiten Weltkrieg interessieren.
Das Erscheinen des Buches wurde unterstützt durch den Russisch-Jüdischen Kongress.

„Verwahre meine Briefe…” Eine Sammlung jüdischer Briefe aus der Zeit des Großen Vaterländischen Krieges (Orginaltitel: „Sokhrani moi pis’ma…“) 3. Ausgabe, 2013, Hrsg: I. A. Altman, 288 S., ISBN 5-8883

„Verwahre meine Briefe…” Eine Sammlung jüdischer Briefe aus der Zeit des Großen Vaterländischen Krieges (Orginaltitel: „Sokhrani moi pis’ma…“) 3. Ausgabe, 2013, Hrsg: I. A. Altman, 288 S., ISBN 5-88832-024-2

 Dieser Band ist die dritte Ausgabe einer Sammlung von Briefen sowjetischer Juden welche während des Großen Vaterländischen Krieges verfasst wurden. Die Reihe wird zusammengestellt und herausgegeben vom Russischen Holocaustzentrum. Die Teilausgabe beinhaltet etwa 250 schriftliche Dokumente und seltene Fotos, welche viel über das Leben sowjetischer Juden während des Krieges aussagen. Die meisten von ihnen hat das Russische Holocaustzentrum in den letzten drei Jahren nach der Veröffentlichung der zweiten Ausgabe im Jahr 2010 erhalten und stammen aus Privatarchiven von Verwandten der Autoren und Überlebenden aus den postsowjetischen Staaten, Israel und anderen Ländern. Der Großteil der Sammlung besteht aus Briefen sowjetisch-jüdischer Soldaten von der Front an ihre Familien, dessen Inhalte dem Leser einen Eindruck vom täglichen Leben dort vermitteln. Die Soldaten und Offiziere, unter ihnen bekannte Persönlichkeiten sowie gewöhnliche Soldaten, schreiben in ihren Briefen über ihre Erfahrungen im Kampf und reflektieren ihre Gedanken in kritischen Momenten, in denen ihr Leben an einem seidenen Faden zu hängen schien. Besonders interessant sind auch jene Briefe, die Licht auf das Leben der evakuierten Juden werfen und neue Details über den Holocaust auf besetzten Gebieten preisgeben. Weitere interessante Aspekte bieten die Berichte der Soldaten über die Befreiung der durch Deutschland besetzten sowjetischen Gebiete durch die Rote Armee, besonders von dort, wo sie nicht enthusiastisch willkommen geheißen wurden (Baltische Staaten, westliches Belarus) und in Deutschland.

 

Die Veröffentlichung dieses Buches wurde durch die Unterstützung des Russisch Jüdischen Kongress’ und der Claims Conference (USA) ermöglicht.

 




 

 

Frieda Michelson. Ich habe Rumbula uberlebt. Moskau, 2011.

Frieda Michelson. Ich habe Rumbula uberlebt. Moskau, 2011.

Das Buch behandelt die Vernichtung der Juden Rigas wahrend des Zweiten Weltkriegs in einem der blutigsten Verbrechen der Nationalsozialisten und ihrer Helfer auf den besetzten sowjetischen Gebieten. Der Massenmord im Wald vom Rumbula steht zweifellos auf einer Stufe mit anderen Orten menschlicher Tragodien wie Babyn Jar, dem Wald von Paneriai, dem Ghetto Kaunas und anderen.
«Ich habe Rumbula uberlebt» baisert auf den Erinnerungen einer von nur zwei Uberlebenden, die wie durch ein Wunder der Erschie?ung der Juden Rigas entkamen. Im Zuge zweier Gro?einsatze Ende November und Anfang Dezember 1941 wurden fast alle der 30 000 Bewohner des Ghettos Riga ermordet. Die Chancen auf eine erfolgreiche Flut waren praktisch null. Doch Frieda Michelson hat uberlebt und somit auch die Erinnerung an die Greueltaten. Das Geschehene zu vergessen ist nicht moglich, selbst wenn man es versucht. In den 60-iger Jahren schrieb sie in ihrer Muttersprache Jiddisch ihre Erinnerungen nieder. David Silberman dienten diese als literarische Vorlage fur ein Buch in russischer Sprache, das nun in vierter Auflage erscheint.  Bisher war das Werk aufgrund der bescheidenen Auflage nur innerhalb Litauens bekannt.
Silberman wurde 1941 in Preili (Lettland) geboren. Seiner Familie gelang es ihre Heimatstadt noch vor dem Eintreffen der Wehrmacht zu verlassen. Wahrend seiner Zeit in Riga in den 1960er-Jahren setzte er sich aktiv fur die Rechte der Juden in der UdSSR ein und nahm dafur auch Repressionsmassnahmen der sowjetischen Behorden gegen sich inkauf. 2004 konnte mit personlichen Mitteln von David Silberman in Preili ein Mahnmal fur die Opfer des Holocaust errichtet werden errichtet werden.



Wir können nicht schweigen – Schüler und Studenten über den Holocaust (7. Ausgabe)

 Die Sammlung in russischer Sprache enthält wissenschaftliche Arbeiten, Essays, Zeichnungen von Schülern und Studenten aus Russland, Belarus und der Ukraine, die als Preisträger des 7. Internationalen Schreib- und Zeichenwettbewerbs zum Gedenken an den Holocaust einen Beitrag leisten. Ebenfalls Teil der Sammlung sind ausgewählte Reden und Präsentationen der Internationalen Jugendkonferenz „Holocaust: Gedenken und Mahnung“. Zahlreiche Arbeiten entstanden auf Basis von Interviews mit Opfern und Zeitzeugen, Nachforschungen in Archiven und sorgfältiger Literaturrecherche und beinhalten sogar neue geschichtliche und philosophische Thesen. Die Sammlung richtet sich vor allem an Historiker, Lehrpersonen, Studenten und Schüler.
Wir können nicht schweigen – Schüler und Studenten über den Holocaust (7. Ausgabe); verfasst von I. A. Altman, D. V. Prokudin; Hrsg.: Zentrum und Stiftung „Holocaust“ 2010; 176 S.; ISBN 978-5-87902-223-0

25. November / „Verwahre meine Briefe“ (russ.: „Сохрани мои письма...“) – Präsentation der zweiten Ausgabe

Auf Grundlage von über 1000 Briefen, Tagebüchern und Fotos aus dem Archiv des Holocaustzentrums erschien 2007 die erste Teilausgabe der Sammlung sowjetisch-jüdischer Erinnerungen aus dem zweiten Weltkrieg. Dank dieses Buches wurde das Archiv des Zentrums wesentlich mit neuen persönlichen Schriftstücken ergänzt. Darunter befinden sich unter anderem Briefe und Tagebücher zahlreicher bekannter Schriftsteller, Dichter, Gelehrter und Kriegshelden. Im Sammelband sind teils auch Briefe anderer Museen und Archive enthalten. Die Dokumente sind Zeugnis der Ereignisse von Anfang bis Ende des Krieges. Das Buch richtet sich an nur an Historiker, sondern an eine breite Leserschaft.
Verwahre meine Briefe…
Eine Sammlung jüdischer Briefe aus der Zeit des Großen Vaterländischen Krieges (2. Ausgabe), Hrsg: I. A. Altman, L. A. Terushkin, I. V. Brodskaya; Text und Vorwort von I. A. Altman; 2010; 328 S. ISBN 978-5-87902-222-3

 

THE UNKNOWN BLACK BOOK

THE UNKNOWN BLACK BOOK
Der Holocaust auf den deutsch besetzen Gebieten der Sowjet-Union
Von Ilya Altman und Joshua Rubenstein

 Die Fachbibliothek des Holocaustcenters hat ein neues Buch rein bekommen. „The Unknown Black Book“ oder zu Deutsch „Das unbekannte schwarze Buch“ beinhaltet zum ersten Mal eine relevante Ansammlung in Englischer Sprache von Testamenten jüdischer Überlebende der Freilufterschießungen und anderen Untaten, die von den Nazis und ihren Verbündeten auf den besetzten sowjetischen Gebieten durchgeführt wurden, während des Zweiten Weltkrieges. Diese Dokumente, von ortsansässigen Personen, sind aus erster Hand von Überlebenden aus Arbeitslagern, Ghettos, Gewaltmärschen, Prügeleien, Hungerperioden und Krankheiten. Gesammelt wurde das unter der Leitung von 2 renommierten sowjetisch jüdischen Journalisten, Vasily Grossman und Ilya Ehrenburg. Sie erzählen von Juden, die in Gruben, abgetrennten Ecken von Apartments, Dachböden oder in Bunkern gehaust haben und sich nicht verpflegen konnten aus Angst von den Nachbarn verraten zu werden, was damals nicht unüblich war.

Der Holocaust auf dem Territorium der UdSSR

Il’ja A. Al’tman Hg.:Kholokost na territorii SSSR (Der Holocaust auf dem Territorium der UdSSR). Ėnciklopedija, Moskva (Rosspen = Rossijskaja politicheskaja Ėnciklopedija, 117393 Moskva, Profsojuznaja 82) ISBN 978-5-8243-1296-6, 1138 S., Verzeichnis der Mitarbeiter, Verzeichnisse der Abkürzungen, Sigel und Archive; Auflage 1000 Stück

Das Werk bezieht sich auf mehrere der inzwischen vorliegenden Holocaust-Enzyklopädien, insbesondere auf die von Walter Laqueur und Judith Tydor Baumel herausgegebene: The Holocaust Encyclopedia, Princeton/NJ. 2001, die 2005 ins Russische übersetzt wurde und vom Holocaust-Zentrum in Moskau als unvollständig angesehen wird. Die hier vorgelegte Enzyklopädie wurde von Beiträgern aus den ehemaligen Mitgliedsländern der UdSSR sowie aus den USA und Israel verfasst; die meisten und alle größeren Lemmata sind gezeichnet und enthalten teilweise ausführliche  Literaturverzeichnisse und vor allem Archivhinweise, jedoch keine Anmerkungen. Viele Fotos ergänzen den Text.

Die Enzyklopädie bietet Stichworte zu Orten, Personen und Institutionen. Beispielsweise schreiben I. Ė. Elenskaja und E. S. Rozenblat über Kossovo, eine Stadt im nach 1921 polnischen und 1939 von der UdSSR okkupierten Gebiet, in der 1931 etwa 2.200 Juden 1ebten. Die Stadt wurde 25.Juni 1941 besetzt; im August 1942 wurde sie von Partisanen erobert, wobei 200 Juden befreit wurden – an anderen Orten wurden jedoch 1.800 Juden aus Kossovo  von deutscher Polizei unter Mitwirkung belorussischer Polizei und belorussischen „Selbstschutzes“ umgebracht. G. Rejkhman schreibt über G. L. Rozenblat, der Kommandeur eines jüdischen Zuges in der Partisaneneinheit Kovpak war, 1945 nach Israel ging und dort mehrere Bücher zum Partisanenkrieg publizierte. Ein ungezeichneter Artikel informiert über die Panzergenerale Matvej und Evsej Weinrub, welche den sowjetischen Angriff im Weichsel-Oder-Raum Anfang 1945 führten in dessen Verlauf Auschwitz befreit wurde. I. A. Al’tman schreibt über spezielle jüdische Partisaneneinheiten und über Juden in allgemeinen Partisaneneinheiten. Er kommt auf 70 jüdische Einheiten mit etwa 4000 Kämpfern und zählt insgesamt 17.500 jüdische Partisanen.

Auch Politiker werden in Hinblick auf den Holocaust in der UdSSR aufgeführt,  etwa Raul Wallenberg; Boris L. Vannikov, Volkskommissar für Rüstung; und Semen M. Dubnov, Historiker des Judentums, 1922 aus der UdSSR emigriert, 1933 aus Berlin nach Riga umgezogen, ermordet Dezember 1941. Ein anderes Beispiel: Isaak S. Zal’cman, Volkskommissar für Panzerbau und Mitorganisator der Massenfertigung der schweren sowjetischen Tanks ab 1942. Ein ungezeichnetes Lemma über L. N. Kaganovich notiert: „aktiv am stalinistischen Terror beteiligt … Unter seiner Leitung erfüllte das Eisenbahnsystem der UdSSR effektiv die schwierigen Aufgaben des Krieges … , die Verwandten in der Ukraine wurden Opfer des Holocaust … Ende 1950er, Anfang 1960er verlor er Regierungs- und Staatsämter und wurde aus den Partei ausgeschlossen.“

Besonders aktuell ist ein längerer Aufsatz von I. A. Al’tman und A. S. Frenkel über Denkmale (Pamjatniki). Außer dem bekannten Denkmal in Minsk wurden nach 1945 noch eine ganze Reihe anderer Denkmale mit jiddischer Inschrift auf Kosten lokaler Spender errichtet. Später allerdings forderten Bürgermeister und andere zunehmend, solche Denkmal auf den Friedhöfen zu errichten. In den fünfziger Jahren verschwanden auf vielen, aber nicht allen Denkmalen an öffentlichen Plätzen die Hinweise auf die jüdische Ethnizität,  jiddische Sprache etc.. Das war abhängig davon, wie mutig und wie erfolgreich sowjetische Bürger sich engagierten – in Minsk z. B. blieb der jiddische Text, aber neue Denkmale galten umfassend „Sowjetbürgern“ o. ä.. Dies änderte sich ab den 80er Jahren, heute gibt es eine eigene Internetsite (www.holomemory.ru ) , über welche das Auffinden von Plätzen des Massenmords und der Aufbau von Denkmalen organisiert werden kann.  

Die Herausgeber nennen im Vorwort einige wichtige deutsche Autoren zum Holocaust in der UdSSR (Dieter Pohl, Christian Gerlach, Andrej Angrick, Christoph Ditzmann). I. I. Kovtun bezieht sich in dem Lemma über die Waffen-SS sowohl auf das Buch von G. Kopp über die SS, das in russischer Über-setzung vorliegt, als auch auf M. Wildt’s „Generation der Unbedingten“ , womit die deutschsprachige Forschung über dessen Literaturverzeichnis zugänglich ist (auch wenn Wildt’s Thema eigentlich das Reichssicherheitshauptamt ist). A. I. Kruglov schreibt das Lemma über die Einsatzgruppen jedoch ohne Nachweise von Literatur, und V. D. Kulishov schreibt das Lemma über Galizien, ohne sich auf Dieter Pohl oder Thomas Sandkühler zu beziehen. D. A. Zhukov schreibt über Wehrmacht und Judenmord und bezieht sich auf Hannes Heer, dessen Buch ins Russische übersetzt wurde, und auf „Schöne Zeiten“ von Klee, Dressen und Ries, nicht aber auf Gerd Ueberschär oder Wolfram Wette. Wichtig ist jedoch, dass Zhukov und Kovtun auf Archivmaterialien verweisen. Der ungezeichnete, einspaltige Artikel über Hitler beruht auf Fest, dessen Buch ins Russische über-setzt wurde. Lohnt solcher Eintrag? Fragen wie die, ab wann es das Ziel Hitlers  war, die Juden nicht nur zu vertreiben, sondern zu ermorden, bleiben ungestellt.  Dass insgesamt die Kooperation mit deutschen Wissenschaftlern nicht intensiver gesucht wurde, ist bedauerlich. Am augenfälligsten wird das in der etwas unbe-kümmerten Bebilderung, die wenn man so will den wissenschaftlich ergiebigen Streit um die Bilder vom Krieg, welche sich in Deutschland an die „Wehrmachtsausstellung“ anschloss, verschlafen hat. 

Die Leistung der Enzyklopädie insgesamt ist beeindruckend. Wer sich über den Holocaust auf dem Territorium der ehemaligen UdSSR informieren, Bekannte in einer belorusssichen oder westrussischen Stadt – sagen wir in Glubokoe oder Staraja Russa – besuchen möchte oder zur Geschichte des Zweiten Weltkrieges bzw. des Massenmordes an den Juden überhaupt arbeitet, der wird an diesem Hilfsmittel genau so wenig vorbei gehen, wie an der Gesamtdarstellung, die Ilja Altman vorgelegt hat – oder auch den Büchern von Sandkühler, Gerlach und Pohl in deutscher Sprache.

                            Hans-Heinrich Nolte

 
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