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Russisches Forschungs-und Bildungszentrum "Holocaust"
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Tel.: +7 (495) 951-67-97,
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Über uns

Das Russische Forschungs- und Bildungszentrum „Holocaust“ besteht seit dem Jahr 1992. Die interregionale „Holocaust“ Stiftung wurde 1997 in Moskau gegründet. Das ist die einzige Organisation in der postsowjetischen Zeit, deren Ziele es sind, das Gedächtnis an die Holocaust Opfer zu erhalten, Ausstellungen und Museen zu eröffnen und das Thema Holocaust in die Lehrpläne der russischen Schulen und Hochschulen einzuführen. Die Durchführung von Gedenkveranstaltungen, Meinungsbildung und das Heranziehen von Zeugenaussagen gehören zu den wichtigsten Aufgabengebieten des „Holocaust“ Zentrums. Der erste Vorsitzende des Zentrums war Michail Gefter (1918-1995), ein bekannter russischer Historiker und Philosoph. Zum Zentrum und zur Stiftung gehören mehr als 200 russische Gelehrte, Journalisten, prominente Personen und auch ehemalige Ghetto Häftlinge und Veteranen des Grossen Vaterländischen Krieges. Es existieren außerdem Filialen bzw. regionale Vertreter des Zentrums in St. Petersburg, Blagovetschschensk, Kaliningrad, Krasnodar, Nishnyj Nowgorod, Voronesh, Vladimir, Rostow, Smolensk, Taganrog und Brest (Weißrussland).

Veranstaltungskalender

 

Neuigkeiten

24 Mai / Das Holocaust-Center freut sich sehr auf die Zusammenarbeit mit der Ruprecht-Karls-Universität.

24.Mai 2010. Heute einigten sich die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und das Holocaust-Center über eine engere Zusammenarbeit. Unter anderem wird gemeinsam eine Internationale Symposion zum Thema „Besatzungspresse in der Sowjetunion, 1941-1944“ in Heidelberg durchgeführt.
Das ist ein Ergebnis aus dem letzten Besuch von Dr. Altman in Heidelberg und den Verhandlungen mit Professor Heinz-Dietrich Löwe.
Das Holocaust-Center freut sich sehr auf die Zusammenarbeit mit der Ruprecht-Karls-Universität.


09 März / Notizen vom Redakteur

Die Veröffentlichung von „Enzyklopädie des Holocaustes in der UdSSR“ wurde durch unsere Stiftung vorbereitet und von dem Verlag ROSSPEN durchgeführt. Eine Präsentation fand schon in Russland, Ukraine, Israel und Deutschland statt. Im März 2010 wird eine Präsentation im Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York statt finden.

Das zweite Mal hintereinander ist unsere Organisation eine Präsidentenbewilligung zuerkannt worden, um Bildungsseminare zum Thema „Holocausts auf den Gebieten Russlands“ durch zu führen. Mehr als 50 Pädagogen besuchten die Schulungen im Yad Vashem Museum (Jerusalem) und im Wannseer Museum (Berlin). Russische Studenten hielten ihre Vorträge im UNESCO-Hauptquartier unter einem gemeinsamen Projekt mit dem Simon-Wiesenthal-Zentrum.

Zum ersten Mal hat das Russische Förderationsministerium für Bildung und Wissenschaft einen Wettbewerb zum Thema Holocaust unterstützt, in Form von Newsletter, die sie in die Regionen verschickt haben.

03 Februar / Das Russische Förderation Ministerium für Bildung und Forschung unterstützt Holocaustprogramme.

 

Ende 2009 wurde im RF Ministerium für Bildung und Forschung besprochen, wie der Holocaust in Zukunft in Schulen gelehrt werden soll. Dank dem Einsatz von Elena Nizenko, Vizehaupt der Abteilung für Bildungsstaatspolitik am RF Ministerium für Erziehung und Wissenschaft, kam diese Einigung zustande.

Ihre Abteilung hat dem Bundesdienst für Ausbildungs- und Wissenschafts-Kontrolle einige Vorschläge auf dem Gebrauch von Richtlinien zugesandt, die vom Holocaust-Zentrum für die Universale Staatsprüfung entwickelt wurden.

So hat das RF Ministerium für Erziehung und Wissenschaft einen wichtigen Schritt zur Unterstützung der Anstrengungen des Holocaust-Zentrums und Stiftung gemacht, das Thema „Holocaust“ im Bildungslehrplan des Landes einzuschließen, um Toleranz in Schulen und Universitäten zu fördern.

27 Januar / Gru.wort Gedenkveranstaltung der Holocaust-Stiftung, Haus der Literaten

Liebe Frau Gerber,
liebe Freunde, sehr geehrte Damen und Herren,
Wir gedenken heute der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 65 Jahren durch
die Rote Armee, fur die wir Dank und Anerkennung empfinden. Und wir gedenken am

heutigen Internationalen Holocaust Gedenktag zugleich aller Opfer des Holocaustes. Auch
nach mehr als sechs Jahrzehnten kann der Volkermord an den europaischen Juden nur
Entsetzen, Emporung und Scham hervorrufen. Wir ehren das furchterliche Leiden der
Geschundenen und Ermordeten, wir teilen den Schmerz der Angehorigen und Freunde, wir sind solidarisch mit den wenigen, die uberlebt haben.
Der Holocaust bleibt ein fur immer unausloschlicher, dunkler Teil der Geschichte meines Landes. Wir Deutschen sind uns der besonderen Verantwortung dafur bewu.t, da. sich solch schreckliche Vorgange niemals wiederholen durfen. Wir stehen in der Verantwortung, stets dafur einzutreten, dass das judische Volk in Frieden und Sicherheit in Israel leben kann.
Niemand darf das Existenzrecht Israels in Frage stellen.
Der Holocaust verpflichtet uns, uberall da, wo Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus,
Rassenhass oder nationalistischer Uberlegenheitswahn laut werden, wo Menschen als
zweitklassig oder wurdelos abgetan werden, wo ihnen gar das Recht auf Leben abgesprochen
wird, unsere Stimme zu erheben und den Bedrangten und Bedrohten zur Seite zu stehen.
Gedenken und Erinnerung der Opfer des Holocaust sind unverzichtbar, heute und fur
kommende Generationen. Deshalb ist es von gro.er Bedeutung, dass sich junge Menschen
eingehend mit der Geschichte dieses Verbrechens beschaftigen. Der von der Holocaust-Stiftung ausgerichtete Internationale Wettbewerb „Lehren des Holocaust – der Weg zur Toleranz“ fur Schuler, Lehrer und Studenten spielt hier eine herausragende Rolle. Ich freuemich daher sehr, dass heute Abend schon zum achten Mal Preistrager dieses Wettbewerbs geehrt werden konnen. Die ausgezeichneten Arbeiten sollten uns ein weiterer Ansporn sein, gemeinsam gegen Rassismus und Intoleranz vorzugehen, wo immer sie uns begegnen.

27 Januar / 27. Januar 2010: Internationaler Holocaustgedenktag in Moskau

65 Jahre nach der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Arme wurde der Internationale Gedenktag am 27.Januar im Großen Saal im Haus der Literaten abgehalten. Dank der Initiative des Holocaust-Zentrums und Stiftung und der Unterstützung von der Moskauer Stadtregierung, der israelischen Botschaft in Russland, dem Weltkongress der russisch sprechenden Juden und dank einiger führendeк jüdischen Organisationen in Russland findet dieses Ereignis dort schon seit 1995 statt.

In einem der angesehensten Hörsälen Moskaus waren auch Prominente, Minister, Diplomaten, Führungspersonen des russischen Archivs, ehemalige Ghettogefangene und Kriegsveteranen anwesend.

Der Abend wurde eingeleitet vom jüdischen Männerchor „Hasidic Cappella“, der geleitet wurde von Alexander Tsaluk. Anschließend bat Alla Gerber, Präsidentin der Holocaust Stiftung, Mitglied der Öffentlichkeitskammer und Gastgeberin des Abends, um eine Schweigeminute für die Opfer des Holocausts und für die Krieger, die für die Befreiung gekämpft haben.

Anschließend hatte der russische Kultusminister, Alexander Avdeyev, seinen Vortrag gehalten.

Die israelische Botschafterin, Anna Azari, sprach über die Deutschen, die unter der posttraumatischen Wirkung des Völkermords leiden.

Der deutsche und der polnische Botschafter haben auch noch eine Rede gehalten.

Der einzige Auschwitz-Überlebende (Anatoly Vanukevich), der in Russland wohnt, teilte seine Erinnerung mit dem Publikum, das Ihn mit standing ovation empfangen hat.

Am Ende der Veranstaltung wurden die Sieger des Preisausschreibens „Lehren des Holocausts - Wege zur Toleranz", an den Schüler, Studenten und Lehrer teilgenommen haben, gekürt.

27 Januar / Sowjetische Juden kämpften für Auschwitz


 2009 wurden viele neue wertvolle Ausstellungsstücke zum Archiv des Holocaust-Zentrums hinzugefügt. Unsere Entdeckungsreise nach St.Petersburg erwies sich als ziemlich produktiv. Wir trafen uns dort mit Verwandten von Oberstleutnant Semyon Besprozvanny, der der höchste Offizier unter denjenigen war, die während der Befreiung von Auschwitz getötet wurden. Sein Sohn Boris half uns, sich mit dem Kriegskameraden seines Vaters, dem pensionierten Oberstleutnant Pavel Krolevts, zu treffen. Sie beide dienten im Regiment 454 der 100. Gewehr-Abteilung, die Auschwitz befreite. Pavel Krolevts trug viele Fotos  von Soldaten und Offizieren bei, die zusammen mit ihm gedient haben, darunter gab es auch einen hohen Anteil an Juden.

Am 27.Januar 1945 marschierte der Kapitän Usher Margulis mit einer Aufklärungstruppe in Auschwitz ein. Er teilte mit uns seine Erinnerungen und übergab uns Fotographien aus seinem persönlichen Archiv.

Einzigartige Fotos von Schriftsteller Vasily Grossman und Dichter Yevgeny Dolmatovsky aus dem Jahre 1945 wurden von Mark Slavin, ein 2.Weltkriegsveteran, erhalten. Auf den Fotos ist zu sehen, wie sie das Neue-Jahr in Ednits, ein Dorf in der Nähe vom Fluss Oder, begrüßen.

Dem Holocaust-Zentrum wurden Dokumente und Photographien von Schrifstellerin Maria Rolnikite, ehmalige Gefangene im Vilnius Ghetto und im Konzentrationslager Shuthof, die mit ihrem Tagebuch als „sowjetische Anne Frank“ bekannt wurde, beigesteuert.

Im laufe des Jahres wurden viele Dokumente des Archivs auf Ausstellungen gezeigt. Einige wurde sogar für das Fernsehen aufgenommen. Dokumente bezüglich des Sobibor Vernichtungslager wurden in den Nachrichten auf dem nationalen Sender Eins gezeigt.

Die zweite Ausgabe einer Sammlung von Briefen, die Juden aus Russland, Ukraine, Weißrussland, Israel, Deutschland und USA während des 2.Weltkrieges geschrieben haben, wird gerade von uns vorbereitet.

 

 

02 November / 10 Jahre Geschichte zum Anfassen


 Die Zusammenarbeit zwischen russischen und schwedischen Lehrer begann genau vor 10 Jahren. Das letzte Seminar wurde von 30 Lehrern besucht, die aus verschiedenen Regionen Russlands angereist sind. In den letzten 10 Jahren haben 13 Seminar unter diesem Projekt statt gefunden.

Das letzte Seminar, das in Moskau statt gefunden hat, wurde organisiert vom russischen Forschungs- und Bildungszentrum Holocaust und Stiftung (Moskau, Russland), Forum für Geschichte zum Anfassen (Stockholm, Schweden) und von der Staatsbibliothek für ausländische Literatur (Russland) mit der Unterstützung von Russisch-Jüdischen-Kongress.

Die Teilnehmer sahen in der Staatsbibliothek für ausländische Literatur die Präsentationen von Ekaterina Genieyva, Direktorin der Bibliothek, Alla Gerber, Präsidentin der Holocaust-Stiftung und Diana Fadeyeva, Laborleiterin des Institutes für freie Bildung in Moskau.

Viel Interesse zeigten die Teilnehmer an den Präsentation von Eva Fried und Stefan Andersson, die erläutert haben, warum es wichtig ist, schwedischen Schulkindern was über den Holocaust zu erzählen. Alexander Asmolov, Professor an der Moskauer Staatsuniversität und Leiter des föderal Projektes von 2002 bis 2005, begeisterte die Teilnehmer mit seiner Präsentation „ Holocaust als Herausforderung für moderne Bildung“.

15 Oktober / “Enzyklopädie des Holocaustes in den Gebieten der UdSSR“- Erste Präsentation

    Am 15. Oktober 2009 wurde ein einzigartiges Projekt des Holocaust-Zentrums (Russland) und dem Verlag ROSSPEN im Yad Vashem Institut für Holocaust-Forschung vorgestellt. Es handelt sich dabei um die "Enzyklopädie des Holocaustes in den Gebieten der UdSSR“. Die Präsentation wurde zum 20. Jahrestag der Zusammenarbeit zwischen israelischen und russischen Forschern zum Thema Holocausts festgelegt. Die Präsentation wurde von einem Mitglied des Herausgeberausschusses der Enzyklopädie, Prof. Dan Mihman, eröffnete. Er teilte dem Publikum mit, dass man sieben Jahre gebraucht hat, um dieses Buch mit Hilfe von Forschern aus vielen Ländern vorzubereiten.

Ilya Altman hat in seiner Präsentation speziellen Wert auf den Beitrag seiner Kollegen aus Israel gelegt, die nicht nur Mitglieder des Herausgeberausschusses waren, sondern auch viele wertvolle Artikel zur Verfügung stellten. Fast 100 Autoren aus 12 Ländern arbeiteten an dieser Veröffentlichung. Dokumente aus 70 Archiven Russlands, und anderen Ländern, wurden verwendet, um dieses Projekt umzusetzen.

Dr. Yitzhak Arad, Nathan Eitan und Dr. Ilya Altman

29 Juli / Rezension im Journal des United States Holocaust Memorial Museum

Im regelmäßig erscheinenden Journal des Museums in Washington wurde in der neusten Ausgabe eine Rezension über Dr. Ilya Altmans „Unknown Black Book“ veröffentlicht.
Sehen sie die Rezension von David M.Crowe auf unserer englischsprachigen page.
 

30 Juni / Internationale Konferenz zum vermögensrechtlichen Aspekt des Holocaust in Prag

26.-30. Juni

Internationale Konferenz zum vermögensrechtlichen Aspekt des Holocaust in Prag

 Die internationale Konferenz fand in Prag statt, es kamen mehr als 550 Teilnehmer aus 49 verschiedenen Ländern. Die Teilnehmer waren unter anderem Diplomaten, Direktoren verschiedener Holocaust-Museen Europas und der USA, sowie verschiedene Historiker. 

Die Russische Delegation bestand unter anderem aus der Präsidentin des Holocaustfonds Alla Gerber, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Holocaustzentrums Dr. Ilya Altman und dem Präsidenten der Organisation für kulturelle Zusammenarbeit, Michail Shvydkoj. Dieser sagte in seinem Vortrag, dass die wichtige Rolle der Sowjetunion bei der Befreiung der Konzentrationslager und bei der Entscheidung des Krieges häufig heruntergespielt werde und dass die Tendenz dazu in den letzten Jahren wachse.

Dr. Ilya Altman sagte dazu in seinem Vortrag, dass das Holocaustzentrum auch aus diesem Grund seit einiger Zeit an der Veröffentlichung einer Enzyklopädie über den Holocaust auf den besetzten Gebieten der Sowjetunion arbeite.

 

Mehr Information

Unsere Buecher

THE UNKNOWN BLACK BOOK

THE UNKNOWN BLACK BOOK
Der Holocaust auf den deutsch besetzen Gebieten der Sowjet-Union
Von Ilya Altman und Joshua Rubenstein

 Die Fachbibliothek des Holocaustcenters hat ein neues Buch rein bekommen. „The Unknown Black Book“ oder zu Deutsch „Das unbekannte schwarze Buch“ beinhaltet zum ersten Mal eine relevante Ansammlung in Englischer Sprache von Testamenten jüdischer Überlebende der Freilufterschießungen und anderen Untaten, die von den Nazis und ihren Verbündeten auf den besetzten sowjetischen Gebieten durchgeführt wurden, während des Zweiten Weltkrieges. Diese Dokumente, von ortsansässigen Personen, sind aus erster Hand von Überlebenden aus Arbeitslagern, Ghettos, Gewaltmärschen, Prügeleien, Hungerperioden und Krankheiten. Gesammelt wurde das unter der Leitung von 2 renommierten sowjetisch jüdischen Journalisten, Vasily Grossman und Ilya Ehrenburg. Sie erzählen von Juden, die in Gruben, abgetrennten Ecken von Apartments, Dachböden oder in Bunkern gehaust haben und sich nicht verpflegen konnten aus Angst von den Nachbarn verraten zu werden, was damals nicht unüblich war.

Der Holocaust auf dem Territorium der UdSSR

Il’ja A. Al’tman Hg.:Kholokost na territorii SSSR (Der Holocaust auf dem Territorium der UdSSR). Ėnciklopedija, Moskva (Rosspen = Rossijskaja politicheskaja Ėnciklopedija, 117393 Moskva, Profsojuznaja 82) ISBN 978-5-8243-1296-6, 1138 S., Verzeichnis der Mitarbeiter, Verzeichnisse der Abkürzungen, Sigel und Archive; Auflage 1000 Stück

Das Werk bezieht sich auf mehrere der inzwischen vorliegenden Holocaust-Enzyklopädien, insbesondere auf die von Walter Laqueur und Judith Tydor Baumel herausgegebene: The Holocaust Encyclopedia, Princeton/NJ. 2001, die 2005 ins Russische übersetzt wurde und vom Holocaust-Zentrum in Moskau als unvollständig angesehen wird. Die hier vorgelegte Enzyklopädie wurde von Beiträgern aus den ehemaligen Mitgliedsländern der UdSSR sowie aus den USA und Israel verfasst; die meisten und alle größeren Lemmata sind gezeichnet und enthalten teilweise ausführliche  Literaturverzeichnisse und vor allem Archivhinweise, jedoch keine Anmerkungen. Viele Fotos ergänzen den Text.

Die Enzyklopädie bietet Stichworte zu Orten, Personen und Institutionen. Beispielsweise schreiben I. Ė. Elenskaja und E. S. Rozenblat über Kossovo, eine Stadt im nach 1921 polnischen und 1939 von der UdSSR okkupierten Gebiet, in der 1931 etwa 2.200 Juden 1ebten. Die Stadt wurde 25.Juni 1941 besetzt; im August 1942 wurde sie von Partisanen erobert, wobei 200 Juden befreit wurden – an anderen Orten wurden jedoch 1.800 Juden aus Kossovo  von deutscher Polizei unter Mitwirkung belorussischer Polizei und belorussischen „Selbstschutzes“ umgebracht. G. Rejkhman schreibt über G. L. Rozenblat, der Kommandeur eines jüdischen Zuges in der Partisaneneinheit Kovpak war, 1945 nach Israel ging und dort mehrere Bücher zum Partisanenkrieg publizierte. Ein ungezeichneter Artikel informiert über die Panzergenerale Matvej und Evsej Weinrub, welche den sowjetischen Angriff im Weichsel-Oder-Raum Anfang 1945 führten in dessen Verlauf Auschwitz befreit wurde. I. A. Al’tman schreibt über spezielle jüdische Partisaneneinheiten und über Juden in allgemeinen Partisaneneinheiten. Er kommt auf 70 jüdische Einheiten mit etwa 4000 Kämpfern und zählt insgesamt 17.500 jüdische Partisanen.

Auch Politiker werden in Hinblick auf den Holocaust in der UdSSR aufgeführt,  etwa Raul Wallenberg; Boris L. Vannikov, Volkskommissar für Rüstung; und Semen M. Dubnov, Historiker des Judentums, 1922 aus der UdSSR emigriert, 1933 aus Berlin nach Riga umgezogen, ermordet Dezember 1941. Ein anderes Beispiel: Isaak S. Zal’cman, Volkskommissar für Panzerbau und Mitorganisator der Massenfertigung der schweren sowjetischen Tanks ab 1942. Ein ungezeichnetes Lemma über L. N. Kaganovich notiert: „aktiv am stalinistischen Terror beteiligt … Unter seiner Leitung erfüllte das Eisenbahnsystem der UdSSR effektiv die schwierigen Aufgaben des Krieges … , die Verwandten in der Ukraine wurden Opfer des Holocaust … Ende 1950er, Anfang 1960er verlor er Regierungs- und Staatsämter und wurde aus den Partei ausgeschlossen.“

Besonders aktuell ist ein längerer Aufsatz von I. A. Al’tman und A. S. Frenkel über Denkmale (Pamjatniki). Außer dem bekannten Denkmal in Minsk wurden nach 1945 noch eine ganze Reihe anderer Denkmale mit jiddischer Inschrift auf Kosten lokaler Spender errichtet. Später allerdings forderten Bürgermeister und andere zunehmend, solche Denkmal auf den Friedhöfen zu errichten. In den fünfziger Jahren verschwanden auf vielen, aber nicht allen Denkmalen an öffentlichen Plätzen die Hinweise auf die jüdische Ethnizität,  jiddische Sprache etc.. Das war abhängig davon, wie mutig und wie erfolgreich sowjetische Bürger sich engagierten – in Minsk z. B. blieb der jiddische Text, aber neue Denkmale galten umfassend „Sowjetbürgern“ o. ä.. Dies änderte sich ab den 80er Jahren, heute gibt es eine eigene Internetsite (www.holomemory.ru ) , über welche das Auffinden von Plätzen des Massenmords und der Aufbau von Denkmalen organisiert werden kann.  

Die Herausgeber nennen im Vorwort einige wichtige deutsche Autoren zum Holocaust in der UdSSR (Dieter Pohl, Christian Gerlach, Andrej Angrick, Christoph Ditzmann). I. I. Kovtun bezieht sich in dem Lemma über die Waffen-SS sowohl auf das Buch von G. Kopp über die SS, das in russischer Über-setzung vorliegt, als auch auf M. Wildt’s „Generation der Unbedingten“ , womit die deutschsprachige Forschung über dessen Literaturverzeichnis zugänglich ist (auch wenn Wildt’s Thema eigentlich das Reichssicherheitshauptamt ist). A. I. Kruglov schreibt das Lemma über die Einsatzgruppen jedoch ohne Nachweise von Literatur, und V. D. Kulishov schreibt das Lemma über Galizien, ohne sich auf Dieter Pohl oder Thomas Sandkühler zu beziehen. D. A. Zhukov schreibt über Wehrmacht und Judenmord und bezieht sich auf Hannes Heer, dessen Buch ins Russische übersetzt wurde, und auf „Schöne Zeiten“ von Klee, Dressen und Ries, nicht aber auf Gerd Ueberschär oder Wolfram Wette. Wichtig ist jedoch, dass Zhukov und Kovtun auf Archivmaterialien verweisen. Der ungezeichnete, einspaltige Artikel über Hitler beruht auf Fest, dessen Buch ins Russische über-setzt wurde. Lohnt solcher Eintrag? Fragen wie die, ab wann es das Ziel Hitlers  war, die Juden nicht nur zu vertreiben, sondern zu ermorden, bleiben ungestellt.  Dass insgesamt die Kooperation mit deutschen Wissenschaftlern nicht intensiver gesucht wurde, ist bedauerlich. Am augenfälligsten wird das in der etwas unbe-kümmerten Bebilderung, die wenn man so will den wissenschaftlich ergiebigen Streit um die Bilder vom Krieg, welche sich in Deutschland an die „Wehrmachtsausstellung“ anschloss, verschlafen hat. 

Die Leistung der Enzyklopädie insgesamt ist beeindruckend. Wer sich über den Holocaust auf dem Territorium der ehemaligen UdSSR informieren, Bekannte in einer belorusssichen oder westrussischen Stadt – sagen wir in Glubokoe oder Staraja Russa – besuchen möchte oder zur Geschichte des Zweiten Weltkrieges bzw. des Massenmordes an den Juden überhaupt arbeitet, der wird an diesem Hilfsmittel genau so wenig vorbei gehen, wie an der Gesamtdarstellung, die Ilja Altman vorgelegt hat – oder auch den Büchern von Sandkühler, Gerlach und Pohl in deutscher Sprache.

                            Hans-Heinrich Nolte

Neue Bücher In der Fachbibliothek

  Die Fachbibliothek des Holocaustzentrums wird regelmäßig mit neuer, internationaler Literatur ausgestattet, die das Thema “Holocaust auf den besetzten gebieten der Sowjetunion” behandelt.
Die Bücher sind zu großem Teil Schenkungen internationaler Verlage, Universitäten und Organisationen, wie dem Hamburger Institut für Sozialforschung. Das Institut unterstützt das Zentrum regelmäßig. So erhielt das Zentrum in diesem Monat zwei neue Bücher aus Hamburg.
 Das Buch “Kalkulierte Morde. Die deutsche Wirtschafts- und Vernichtungspolitik in Weißrussland 1941 bis 1944” von Christian Gerlach beleuchtet verschiedene Vorgehensweisen und Geschehnisse während der Besatzungszeit wie zum Beispiel Landwirtschafts- und Ernährungspolitik in Weißrussland, Zerstörungen von Städten und Entindutsrialisierung, Zwangsarbeit im Gebiet Weissrusslands, die Ermordung der weißrussischen Juden und die weißrussische Partisanenbewegung.




Des Weiteren erhielt das Holocaustzentrum von Hamburger Institut für Sozialforschung Andrej Angricks “Besatzungspolitik und Massenmord. Die Einsatzgruppe D in der südlichen Sowjetunion 1941-1943”. Auch diese Arbeit beschäftigt sich unter anderem mit dem Überfall auf die Sowjetunion, mit den verschiedenen “Tätigkeiten” der Einsatzgruppen auf den besetzten Gebieten, mit den Volksdeutschen und den verschiedenen Vorgehensweisen der  deutschen Vernichtungspolitik.

Antisemitismus: der allgemeine Hass. Essays in Erinnerung an Simon Wiesenthal Eds. Ilya Altman. Shimon Samuels, Mark Weitzman

Veroeffentlichungen 2008:

Antisemitismus: der allgemeine Hass. Essays in Erinnerung an Simon Wiesenthal
Eds. Ilya Altman. Shimon Samuels, Mark Weitzman
Das Buch wurde durch die UNESCO, das  Simon Wiesenthal Center und Verbie et Lumiere Vigilance,  in englisch und franzoesisch veroeffentlicht. Die Russische Ausgabe enthaelt neue Artikel von Russischen Autoren und ein spezielles Kapitel mit Reden russischer Politiker wie Michail Gorbatschov, Vladimir Putin und Dmitry Medvedev.

Neue Bücher in der Bibliothek des Holocaustzentrums


  Die Bibliothek des Holocaustzentrums wird regelmäßig mit neuen internationaeln Büchern erweitert, die sich mit dem Thema des Holocaust auf den besetzten Gebieten der UdSSR auseinendersetzen. Neben dem vom United States Holocaust Memorial Museum herausgebrachten Buch “The Shoah in Ukraine” konnte der Bibliothek auch das neu erschienene Buch “Holoaust in Litauen” (Böhlau Verlag, 2008) hinzugefügt werden. Herausgegeben von Vincas Bartusevicius, Joachim Tauber und Wolfram Wetter beschäftigt sich das Buch mit dem Holoaust in Litauen und geht hierbei besonders auf das Jahr 1941 ein. In internationaler Zusammenarbeit beschäftigten sich Historiker mit den zahlreichen Morden an Juden, mit litauischen Kollaborateuren und den Auswirkungen des Krieges in dem baltischen Land, das als Testgelände für den Holocaust gesehen werden kann.

Wir können nicht Schweigen: Schüler und Studenten über den Holocaust. Band 4n über den Holocaust. Band 4

                          
                                
  Wir können nicht Schweigen: Schüler und Studenten über den Holocaust. Band 4
Gefasst von D. Prokudin, I. Altman – Zentrum und Stiftung Holocaust 2008
  Eine Sammlung der Gewinnerarbeiten des internationalen Wettbewerbes „Lehrstunden des Holocaust – ein Weg zu mehr Toleranz“  beinhaltet Forschungsarbeiten, Essays und Bilder von Schülern und Studenten aus neun Regionen Russlands und Weißrusslands.
Im einleitenden Aufsatz versucht der Pädagoge D. Prokudin Tendenzen und Stimmungen in Schulen und Universitäten festzuhalten und gibt praktische Tipps zur Arbeit mit den Materialien. Das Buch richtet sich an Schüler, Studenten und Pädagogen. Der Originaltext ist auf unserer Seite unter der Rubrik "Российская библиотека Холокоста" veröffentlicht.

 
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