Adresse: 115035, Russland, Moskau, Sadovnicheskaya St. 52/45
Russisches Forschungs-und Bildungszentrum "Holocaust"
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Fernruf/Fax: (499) 995-21-82, (495) 953-33-62
E-mail: center@holofond.ru
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Über uns

Das Russische Forschungs- und Bildungszentrum „Holocaust“ wurde 1992 gegründet. Seit 1997 existiert darüber hinaus die interregionale „Holocaust“ Stiftung. Das “Holocaust” Zentrum ist die erste Organisation in einem Nachfolgestatt der UdSSR, deren Ziel es ist, das Gedenken an die Opfer des Holocaust zu erhalten. Dies geschieht durch verschiedene Kooperationen, im Rahmen derer Ausstellungen und Museen eröffnet werden und das Thema Holocaust in die Lehrpläne von Mittel- und Hochschulen eingearbeitet wird. Zu den wichtigsten Aufgabengebieten des „Holocaust“ Zentrums gehören die Durchführung von Gedenkveranstaltungen, die Förderung von Meinungsbildung sowie Interviews mit Zeitzeugen. Der erste Vorsitzende des Zentrums war der bekannte russischer Historiker und Philosoph Michail Gefter (1918-1995). Mehr als 200 russische Gelehrte, Journalisten, prominente Personen, ehemalige Ghetto-Häftlinge und Veteranen des Großen Vaterländischen Krieges sind Mitglieder der Stiftung. Regionale Vertreter des Zentrums gibt es in St. Petersburg, Blagovetschschensk, Kaliningrad, Krasnodar, Nishnyj Nowgorod, Voronesh, Vladimir, Rostow, Smolensk, Taganrog und Brest (Weißrussland). Alla Gerber, Schriftstellerin und Journalistin sowie Abgeordnete der fünften Staatsduma, ist zur Zeit Präsidentin der Stiftung und Co-Vositzende des Russischen Forschungs- und Bildungszentrums “Holocaust”. Ilya Altman, Historiker und Archivist, ist Co-Vorsitzender des Russischen Forschungs- und Bildungszentrums “Holocaust”. Der prominente russischer Anwalt Henry Reznik ist der Vorsitzende des Kuratoriums, dem auch andere Größen aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Politik angehören

Veranstaltungskalender

 

Neuigkeiten

Die Tätigkeiten des Zentrums „Holocaust“ werden durch die
Claims Conference (USA) unterstützt.

holocf.ru

27 Januar / Eröffnung der Internationalen Konferenz für Schüler, Studenten und junge Wissenschaftler „Holocaust: Erinnerung und Prävention“

27. Januar /
Am 26. Januar wurde die jährliche Internationale Konferenz für Schüler, Studenten und junge Wissenschaftler im Museum für jüdische Geschichte und des Holocausts in der Memorial-Synagoge des Russischen Jüdischen Kongresses eröffnet.
Die Begrüßungsreden hielten Alla Gerber, Präsidentin des Fonds „Holocaust“, Noah Ginosar, erster Sekretär der israelischen Botschaft. Daraufhin las Vladimir Kusnetsow, der Leiter des Informationszentrums der UNO in Moskau den Gruß von Guterres, dem neuen 
UNO-Generalsekretär, vor. Danach fand eine Zeremonie statt bei der die Ergebnisse des internationalen Wettbewerbs verkündet und die Gewinner belohnt wurden. Ekaterina Lasarewa, Mitarbeiterin des Russisch Jüdischen Kongresses und Ilja Altman machten für die Teilnehmer der Konferenz eine Führung durch die Synagoge. Anschließend wurden die Teilnehmer vorgestellt und es gab ein Training, welches von Maria Giljowa und Swetlana Antonowa geleitet wurde.

06 Oktober / Neuigkeiten über das Projekt „Rückgabe der Würde“

06 Oktober / 
Im Jahr 2016 jährt sich zum 75. Mal der Anfang des Holocausts in den besetzten Gebieten der UDSSR. In Russland gibt es mehr als 500 Massenhinrichtungsorte von Juden aus den Jahren des Holocausts. An den meisten Orten gibt es nichts, dass an die Opfer des Holocausts gedenken lässt. Das Russische „Holocaust“ Zentrum hat sich gemeinsam mit dem Russisch Jüdischen Kongress zum Ziel gesetzt an jedem dieser Orte ein Denkmal zu errichten. Dieses Ziel ist ein langfristiges Projekt, das den Namen „Rückgabe der Würde“ trägt.
Diese Arbeit vereint die Bemühungen der föderalen und regionalen Mächte, der christlichen Organisation „Even-Eser“, der Föderalen jüdischen, national-kulturellen Autonomie, der jüdischen Gemeinden und Organisationen, des „Projektes der Namen“ der israelischen Gedenkstätte „Yad Vashem“, der Historiker, der ArchivistInnen, der Überlebenden, der ZeitzeugInnen und der Verwandten von Opfern. Das Projekt „Rückgabe der Würde“ findet Interessenten bei vielen privaten Spendern aus verschiedenen Regionen Russlands. Einige Spenden gehen beim Verwaltungsrat „Gedenken an den Holocaust“ des Russisch Jüdischen Kongresses ein. Das Projekt wurde vom Patriarchen Kirill, dem Leiter der Russisch-Orthodoxen Kirche unterstützt.

23 September / Neuigkeiten über das Projekt „Rückgabe der Würde“

23 September / 
Am 23. September fand in Novozybkov in der Region Brjansk eine groß angelegte Eröffnung eines Denkmals zu Holocaustopfern statt. Das Denkmal wurde auf einem Gelände errichtet, an dem während dem Krieg eine der größten Erschießungen von Juden in ganz Russland stattfand. Im Jahr 1942 töteten die Nazis und ihre Mittäter in diesem Ghetto 950 Gefangene. Forscher fungierten gemeinsam mit TeilnehmerInnen des Sommerseminars des Russischen „Holocaust“ Zentrums unter der Leitung von Galina Vykotschko, Geschichtelehrerin der Schule №6 als Initiatoren zur Errichtung des Denkmals. Mit der Zusammenarbeit von „Yad Vashem“ wurden 400 Namen von hingerichteten Opfern des Holocausts gefunden. Diese sind jetzt auf 16 Stelen in der Nähe des neuen Denkmals eingraviert. Die Eröffnung der Ausstellung wurde von Ilja Altman, von hochrangigen VertreterInnen der wichtigsten Religionen, von Alexander Bogomaz, dem Gouverneur der Brjansk Region, von Yuri Kanner, dem Präsidenten des Russisch Jüdischen Kongresses, von bekannten, öffentlichen FunktionärInnen und HistorikerInnen sowie von örtlichen BewohnerInnen begleitet. Besondere Aufmerksamkeit galt Sinaida Baskina-Ermolchik, der ältesten Lehrerin der Stadt Novosybkov, die wie ein Wunder den Krieg überlebte. Sie erzählte ihre Geschichte und erinnerte sich daran, wie sich deren einjähriger Bruder und Schwester im Jahr 1942 hingerichtet wurden.
Auf dem Foto: Zu sehen ist Ilja Altman

22 September / Neue Freiwillige im Holocaust Zentrum

Seit September hat das Holocaust Zentrum Moskau zwei neue Freiwillige. Sofia Moerer aus Mönchengladbach (Deutschland) und Richard Schallerl aus Deutschlandsberg (Österreich) werden für ca. ein Jahr das Team des Holocaust Zentrums unterstützen. Richard leistet seinen Gedenkdienst (Zivilersatzdienst) mit dem Österreichischen Auslandsdienst (Link: http://www.auslandsdienst.at/gedenkdienst/  ) im Holocaust Zentrum und Sofia ist Freiwillige von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (Link: https://www.asf-ev.de/ ). Im Laufe ihres Dienstes werden sie Einblicke in die wichtige Arbeit des Zentrums bekommen und selber ihren Teil zu dieser beitragen.
Foto: Sofia Moerer und Richard Schallerl, Freiwillige des Holocaust Zentrums

22 September / Neuigkeiten über das Projekt „Rückgabe der Würde“

22 September / 
Am 22. September wurde ein Denkmal im Dorf Spasskoje in der Blagodarnensky Region errichtet. Bei der Veranstaltung kamen viele Persönlichkeiten zu Wort, unter anderem Emil Siegel (Israel), Vertreter der örtlichen Verwaltung und der jüdischen Gemeinde in Stawropol, der Historiker Anatoliy Karnauch (aus Arsgir), der Leiter der Region Sergej Bytschkov, Ataman Petr Naydjonov, sowie Valentin Kovalev, der Bürgermeister des Dorfes Spasskoje und viele andere.

21 September / Neuigkeiten über das Projekt „Rückgabe der Würde“

21 September / 
Am 21. September wurde am Weiler Nevdahin im Trunovskij Gebiet der Stawropol Region ein Denkmal mit dem Namen „Opfer des Holocaust“ errichtet, das auf Initiative von Anatoliy Karnauch fertiggestellt wurde. An der Eröffnung nahmen Bewohner des Dorfes Donskiy, des Weilers Nevdahin und SchülerInnen der örtlichen Schule teil. Das Treffen wurde von Vasily Arischin, dem Leiter der örtlichen Verwaltung, eröffnet. Der aus dem besetzten Kislowodsk befreite Kriegsveteran und nun pensionierte Oberst Emil Siegel (Israel) bedankte sich bei allen, die in Ehren an den Holocaust gedachten. An der Veranstaltung nahmen auch Alexander Nesterov, der Oberrabiner der Stawropol Region sowie Tatiana Gogolev, Heimatforscherin aus dem Dorf Donskiy und viele andere teil.
Auf dem Foto: Emil Siegel (im Zentrum) mit den TeilnehmerInnen der Veranstaltung

20 September / Neuigkeiten über das Projekt „Rückgabe der Würde“

20 September / 
Am 20. September 2016 wurde in der Region Pskow ein Denkmal aufgestellt. Es befindet sich am Erschießungsort von Juden des 2. und 3. Februars 1942 in der Ortschaft Loknya. An der Veranstaltung nahmen Bewohner der Ortschaft, SchülerInnen, StudentInnen, ZeitzeugInnen und viele andere teil. Das Treffen anlässlich der Eröffnung des Denkmals leitete Stanislav Andreev, der Bürgermeister der Ortschaft Loknya. Unter den TeilnehmerInnen waren auch Ilja Altman, Tatiana Pasman, die regionale Vertreterin des „Holocaust“ Zentrums, Verwandte der Getöteten und Begrabenen an diesem Ort sowie ExpertInnen, die sich lange um das alte Denkmal gekümmert haben.
Auf dem Foto: Eröffnung des Denkmals; ganz links – S. Andreev

09 September / Neuigkeiten über das Projekt „Rückgabe der Würde“

09 September / 
Am 9. September wurde in Mineralnyje Wody das ungewöhnlichste Denkmal von allen Denkmälern, die im September errichtet wurden, eröffnet. Vom 6. Bis 9. September 1942 wurde an diesem Ort mehr als 7000 evakuierte Juden, aus allen Republiken der ehemaligen UDSSR hingerichtet sowie auch aus Moskau und Leningrad. Das war das Blut der jüdischen ÄrztInnen, der Menschen aus den Bereichen Wissenschaft und Kultur, vieler Kinder. Nicht weit vom Hinrichtungsort entfernt wurde kurz nach der Befreiung der Mineralnyje Wody im Jänner 1943 ein Denkmal aufgestellt. Darüber schrieb bereits Ilja Ehrenburg im „Schwarzbuch“ im Jahr 1944. Allerdings lag viele Jahrzehnte lang das Denkmal am Boden. In diesem Jahr fand Michail Akopjan, der regionale Vertreter des Zentrums „Holocaust“ ein Foto im örtlichen Archiv, das aus dem Jahr 1943 stammt. Auf der Grundlage dieses einzigartigen Dokumentes wurde das Denkmal errichtet. „Ehrlich gesagt, ist das eine der ersten, wenn nicht sogar die erste Gedenktafel, in Gedenken an die Opfer des Holocausts, die in der UDSSR errichtet wurde“, sagte Ilja Altman bei der Eröffnung des Denkmals. Bei der Eröffnung des Denkmals waren die Chefs des örtlichen Gemeinderates, Kriegsveteranen und VertreterInnen der jüdischen und christlichen Organisationen vertreten.

08 September / Neuigkeiten über das Projekt „Rückgabe der Würde“

08 September / 
Am 8. September wurde im Dorf Arsgir in der Stawropol Region ein Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus eröffnet. In diesem Gebiet wurden im Herbst 1942, 675 Evakuierte und Juden hingerichtet sowie 20 Russen und Moldauer. Anlässlich der Veranstaltung hielt Ilja Altman die Wichtigkeit dieses Projektes als Erinnerung an diese Generation fest. Er bedankte sich bei den Behörden und Bewohnern des Dorfes Arsgir für die sorgfältige Erhaltung der Erinnerung an die Opfer des Holocausts. Bei der Veranstaltung nahmen ebenso ein Enkel eines Gerechten unter den Völkern und der Sohn eines damals geretteten jüdischen Kindes teil. Außerdem besuchten die Veranstaltung Alexej Palagut, der Leiter des Bezirkes Arsgir, verschiedene VertreterInnen von Organisationen, ProjektpartnerInnen und sogar Ivan Chipko, der einzige noch lebende Zeitzeuge jener bereits weit zurückliegender Ereignisse. Bei der Öffnung waren ebenfalls Mitglieder der Stawropolschen jüdischen Organisation „Gjeula“ und auch jüdische, christliche Organisationen aus Kislowodsk, Pjatigorsk, Vladikawkas und Stawropol vertreten.
Auf dem 1. Foto: Pastor Sergej Rebrov, Ilja Altman und Evgenija Michailova
Auf dem 2. Foto: Niederlegung von Blumen und Kränzen bei der Gedenkveranstaltung

07 September / Neuigkeiten über das Projekt „Rückgabe der Würde“

07 September / 
Am 7. September 2016 fand in der kleinen Ortschaft Sunda Tolga in der Kalmückischen Republik die Eröffnung eines Denkmals an die Opfer des Holocausts statt. An der Gedenkveranstaltung nahm Ilja Altman, der Vizevorsitzende des „Holocaust“ Zentrums und Berater des Präsidenten des Russisch Jüdischen Kongresses teil. Seinen Worten  zufolge ist es symbolisch, dass dieses Denkmal in der Nähe des Denkmals der Soldaten der Roten Armee, die bei der Befreiung von Arsgir ihr Leben ließen, errichtet wurde. Bei der Veranstaltung nahmen die Nachkommen des geretteten Flüchtlingssohnes aus Chisinau und seine Lebensretter sowie SchülerInnen und LehrerInnen der örtlichen Schule teil. Die Initiative das Denkmal zu errichten wurde vom aus Arsgir stammenden Heimatforscher Anatoliy Karnauch in die Wege geleitet. Er konnte Namen von Verwandten der Retter und ebenso die Namen der Hingerichteten finden. Bei der Veranstaltung nahmen auch die Direktorin des Kalmückischen Institutes zur Weiterbildung für ArbeiterInnen im Bereich der Bildung Lilia Muntschinovaya und VertreterInnen des Bildungsministeriums teil.
Auf dem Foto: Ilja Altman und Anatoliy Karnauch

Mehr Information

Unsere Buecher

Wir können nicht schweigen: Schüler und Studenten über den Holocaust. Ausgabe 11:

Sammelband mit Arbeiten der Gewinner und Preisträger des 11. internationalen Schüler- und Studentenwettbewerbs. Der Band mit Studien und Aufsätzen über den Holocaust umfasst Beiträge aus 12 Regionen Russlands, der Ukraine und Weißrusslands. Die Arbeiten sind das Ergebnis von eigenständiger historiographisch-landeskundlicher und kulturwissenschaftlicher Studien, detaillierter Literaturstudie und eigenständiger philosophischer Überlegungen. Die Sammlung richtet sich an Forscher des Zweiten Weltkriegs, sowie an Lehrer, Studenten und Schüler.
Zur Umsetzung des Projekts wurden staatliche Fördermittel im Einklang mit der Verordnung des Präsidenten der Russischen Föderation vom 29.03.2013 Nr. 115-rn sowie des Moskauer "Joint"-Ablegers verwendet.

Lehren aus dem Holocaust und die Verletzung der Menschenrechte im heutigen Russland

Das Lehrmittel ist als Unterrichtsbeihilfe vorgesehen und soll den Wissensstand von Schülern und Studenten im Bereich der Menschenrechte verbessern. Auf der Basis der Lehren aus dem Holocaust werden vertiefende Kenntnisse im Bereich der Menschenrechte vermittelt. Die Autoren nutzen umfangreiche nationale wie internationale Erfahrungen im Hinblick auf die Bekämpfung von Rassismus, Xenophobie und Antisemitismus basierend auf modernen Unterrichtsmethoden. Hierzu zählen etwa der Einsatz von Dokumentarfilmen zeitgenössischer russischer Regisseure über den Holocaust sowie die Organisation von Diskussionen. An der Zusammenstellung des Lehrwerks waren Pädagogen aus 10 Regionen Russlands beteiligt. Es richtet sich an Historiker, Methodiker, Schul- und Universitätslehrer sowie Studenten.

Bei der Umsetzung des Projekts werden staatliche Fördermittel im Einklang mit der Verordnung des Präsidenten der Russischen Föderation vom 18.09.2013 Nr. 348-rn verwendet, die auf Wettbewerbsbasis durch den Zuwendungsgeber vergeben werden. Die Serie wird mit Unterstützung des Russischen Jüdischen Kongresses herausgegeben.

Ich überlebte Auschwitz

Das Buch ist das Zeugnis einer Frau, deren Mutter, Berta Sokolskaja, als polnische Einwanderin den Holocaust überlebte und nach dem Krieg unter den schwierigen Bedingungen Sowjetrusslands lebte. Erschreckt von allem, was sie umgibt und vereinsamt in der ihr gegenüber feindseligen Umgebung der sowjetischen Kleinstadt Jalta macht Berta, ihre kleine Tochter an der Hand, das Kind zum einzigen Zuhörer ihrer Geschichten von den schrecklichen Ereignissen des Zweiten Weltkriegs, die sie durchstehen musste.

Die Serie wird mit Unterstützung des Russischen Jüdischen Kongresses herausgegeben.

„Über mir selbst ein Feuer entfachen.“ (Originaltitel: „Вызывая огонь на себя/Vysyvaya ogon na sebja“) von Elena Ivanova. Die Situation der Juden unter der „Neuordnung“ der nationalsozialistischen Bes

  
„Über mir selbst ein Feuer entfachen.“
(Originaltitel: „Вызывая огонь на себя/Vysyvaya ogon na sebja“) von Elena Ivanova. Die Situation der Juden unter der „Neuordnung“ der nationalsozialistischen Besatzung, 1941-1943.
I.A. Altman, L.A. Terushkin, E.V. Testova (Verfasser), I.A. Altman (Hrsg.)
Moskau: Russisches Holocaustzentrum; Rostow am Don: Feniks, 2012. 160 S., Sprache: Russisch

Dieses Buch hat eine einzigartige Geschichte und eine einzigartige Autorin. Elene Alexeevna Ivanova war eine Großnichte von Fjodor Dostojewski. Die ehemalige Dorflehrerin verfasste mehrer Bücher über sowjetische Partisanen und Untergrundaktivisten im Großen Vaterländischen Krieg. Sie trug eine enorme Anzahl an Dokumenten zusammen, welche als Basis für die erste sowjetische TV Serie über den Krieg „Über uns selbst ein Feuer entfachen“ („Vysyvaem ogon na sebja“) diente. Ihr letztes Tun, welches sie über 10 Jahre lang beschäftigte, war die Ansammlung von Beweismaterial für den Holocaust und jüdischen Widerstand. Ihre Bemühungen führten zur Errichtung eines Denkmals, den ermordeten Juden von Roslawl im Gebiet Smolensk gewidmet.
In den späten 1960ern und 70er Jahren war der Holocaust ein Tabuthema in der UdSSR. Dennoch arbeitete Elena Ivanova an der Veröffentlichung ihres Manuskripts „Die Situation der Juden unter der „Neuordnung“ der nationalsozialistischen Besatzung 1941-1943“. Dessen Inhalt basiert auf dem Feldtagebuch der Autorin, in welchem sie Informationen durch mündliche Überlieferungen sammelte. Allerding konnte das Buch nicht zu ihren Lebzeiten (1896-1972) veröffentlicht werden.
Das Buch richtet sich an eine breite Leserschaft und somit an alle, die sich für den Holocaust und den Zweiten Weltkrieg interessieren.
Das Erscheinen des Buches wurde unterstützt durch den Russisch-Jüdischen Kongress.

„Verwahre meine Briefe…” Eine Sammlung jüdischer Briefe aus der Zeit des Großen Vaterländischen Krieges (Orginaltitel: „Sokhrani moi pis’ma…“) 3. Ausgabe, 2013, Hrsg: I. A. Altman, 288 S., ISBN 5-8883

„Verwahre meine Briefe…” Eine Sammlung jüdischer Briefe aus der Zeit des Großen Vaterländischen Krieges (Orginaltitel: „Sokhrani moi pis’ma…“) 3. Ausgabe, 2013, Hrsg: I. A. Altman, 288 S., ISBN 5-88832-024-2

 Dieser Band ist die dritte Ausgabe einer Sammlung von Briefen sowjetischer Juden welche während des Großen Vaterländischen Krieges verfasst wurden. Die Reihe wird zusammengestellt und herausgegeben vom Russischen Holocaustzentrum. Die Teilausgabe beinhaltet etwa 250 schriftliche Dokumente und seltene Fotos, welche viel über das Leben sowjetischer Juden während des Krieges aussagen. Die meisten von ihnen hat das Russische Holocaustzentrum in den letzten drei Jahren nach der Veröffentlichung der zweiten Ausgabe im Jahr 2010 erhalten und stammen aus Privatarchiven von Verwandten der Autoren und Überlebenden aus den postsowjetischen Staaten, Israel und anderen Ländern. Der Großteil der Sammlung besteht aus Briefen sowjetisch-jüdischer Soldaten von der Front an ihre Familien, dessen Inhalte dem Leser einen Eindruck vom täglichen Leben dort vermitteln. Die Soldaten und Offiziere, unter ihnen bekannte Persönlichkeiten sowie gewöhnliche Soldaten, schreiben in ihren Briefen über ihre Erfahrungen im Kampf und reflektieren ihre Gedanken in kritischen Momenten, in denen ihr Leben an einem seidenen Faden zu hängen schien. Besonders interessant sind auch jene Briefe, die Licht auf das Leben der evakuierten Juden werfen und neue Details über den Holocaust auf besetzten Gebieten preisgeben. Weitere interessante Aspekte bieten die Berichte der Soldaten über die Befreiung der durch Deutschland besetzten sowjetischen Gebiete durch die Rote Armee, besonders von dort, wo sie nicht enthusiastisch willkommen geheißen wurden (Baltische Staaten, westliches Belarus) und in Deutschland.

 

Die Veröffentlichung dieses Buches wurde durch die Unterstützung des Russisch Jüdischen Kongress’ und der Claims Conference (USA) ermöglicht.

 




 

 

Frieda Michelson. Ich habe Rumbula uberlebt. Moskau, 2011.

Frieda Michelson. Ich habe Rumbula uberlebt. Moskau, 2011.

Das Buch behandelt die Vernichtung der Juden Rigas wahrend des Zweiten Weltkriegs in einem der blutigsten Verbrechen der Nationalsozialisten und ihrer Helfer auf den besetzten sowjetischen Gebieten. Der Massenmord im Wald vom Rumbula steht zweifellos auf einer Stufe mit anderen Orten menschlicher Tragodien wie Babyn Jar, dem Wald von Paneriai, dem Ghetto Kaunas und anderen.
«Ich habe Rumbula uberlebt» baisert auf den Erinnerungen einer von nur zwei Uberlebenden, die wie durch ein Wunder der Erschie?ung der Juden Rigas entkamen. Im Zuge zweier Gro?einsatze Ende November und Anfang Dezember 1941 wurden fast alle der 30 000 Bewohner des Ghettos Riga ermordet. Die Chancen auf eine erfolgreiche Flut waren praktisch null. Doch Frieda Michelson hat uberlebt und somit auch die Erinnerung an die Greueltaten. Das Geschehene zu vergessen ist nicht moglich, selbst wenn man es versucht. In den 60-iger Jahren schrieb sie in ihrer Muttersprache Jiddisch ihre Erinnerungen nieder. David Silberman dienten diese als literarische Vorlage fur ein Buch in russischer Sprache, das nun in vierter Auflage erscheint.  Bisher war das Werk aufgrund der bescheidenen Auflage nur innerhalb Litauens bekannt.
Silberman wurde 1941 in Preili (Lettland) geboren. Seiner Familie gelang es ihre Heimatstadt noch vor dem Eintreffen der Wehrmacht zu verlassen. Wahrend seiner Zeit in Riga in den 1960er-Jahren setzte er sich aktiv fur die Rechte der Juden in der UdSSR ein und nahm dafur auch Repressionsmassnahmen der sowjetischen Behorden gegen sich inkauf. 2004 konnte mit personlichen Mitteln von David Silberman in Preili ein Mahnmal fur die Opfer des Holocaust errichtet werden errichtet werden.



Wir können nicht schweigen – Schüler und Studenten über den Holocaust (7. Ausgabe)

 Die Sammlung in russischer Sprache enthält wissenschaftliche Arbeiten, Essays, Zeichnungen von Schülern und Studenten aus Russland, Belarus und der Ukraine, die als Preisträger des 7. Internationalen Schreib- und Zeichenwettbewerbs zum Gedenken an den Holocaust einen Beitrag leisten. Ebenfalls Teil der Sammlung sind ausgewählte Reden und Präsentationen der Internationalen Jugendkonferenz „Holocaust: Gedenken und Mahnung“. Zahlreiche Arbeiten entstanden auf Basis von Interviews mit Opfern und Zeitzeugen, Nachforschungen in Archiven und sorgfältiger Literaturrecherche und beinhalten sogar neue geschichtliche und philosophische Thesen. Die Sammlung richtet sich vor allem an Historiker, Lehrpersonen, Studenten und Schüler.
Wir können nicht schweigen – Schüler und Studenten über den Holocaust (7. Ausgabe); verfasst von I. A. Altman, D. V. Prokudin; Hrsg.: Zentrum und Stiftung „Holocaust“ 2010; 176 S.; ISBN 978-5-87902-223-0

25. November / „Verwahre meine Briefe“ (russ.: „Сохрани мои письма...“) – Präsentation der zweiten Ausgabe

Auf Grundlage von über 1000 Briefen, Tagebüchern und Fotos aus dem Archiv des Holocaustzentrums erschien 2007 die erste Teilausgabe der Sammlung sowjetisch-jüdischer Erinnerungen aus dem zweiten Weltkrieg. Dank dieses Buches wurde das Archiv des Zentrums wesentlich mit neuen persönlichen Schriftstücken ergänzt. Darunter befinden sich unter anderem Briefe und Tagebücher zahlreicher bekannter Schriftsteller, Dichter, Gelehrter und Kriegshelden. Im Sammelband sind teils auch Briefe anderer Museen und Archive enthalten. Die Dokumente sind Zeugnis der Ereignisse von Anfang bis Ende des Krieges. Das Buch richtet sich an nur an Historiker, sondern an eine breite Leserschaft.
Verwahre meine Briefe…
Eine Sammlung jüdischer Briefe aus der Zeit des Großen Vaterländischen Krieges (2. Ausgabe), Hrsg: I. A. Altman, L. A. Terushkin, I. V. Brodskaya; Text und Vorwort von I. A. Altman; 2010; 328 S. ISBN 978-5-87902-222-3

 

THE UNKNOWN BLACK BOOK

THE UNKNOWN BLACK BOOK
Der Holocaust auf den deutsch besetzen Gebieten der Sowjet-Union
Von Ilya Altman und Joshua Rubenstein

 Die Fachbibliothek des Holocaustcenters hat ein neues Buch rein bekommen. „The Unknown Black Book“ oder zu Deutsch „Das unbekannte schwarze Buch“ beinhaltet zum ersten Mal eine relevante Ansammlung in Englischer Sprache von Testamenten jüdischer Überlebende der Freilufterschießungen und anderen Untaten, die von den Nazis und ihren Verbündeten auf den besetzten sowjetischen Gebieten durchgeführt wurden, während des Zweiten Weltkrieges. Diese Dokumente, von ortsansässigen Personen, sind aus erster Hand von Überlebenden aus Arbeitslagern, Ghettos, Gewaltmärschen, Prügeleien, Hungerperioden und Krankheiten. Gesammelt wurde das unter der Leitung von 2 renommierten sowjetisch jüdischen Journalisten, Vasily Grossman und Ilya Ehrenburg. Sie erzählen von Juden, die in Gruben, abgetrennten Ecken von Apartments, Dachböden oder in Bunkern gehaust haben und sich nicht verpflegen konnten aus Angst von den Nachbarn verraten zu werden, was damals nicht unüblich war.

Der Holocaust auf dem Territorium der UdSSR

Il’ja A. Al’tman Hg.:Kholokost na territorii SSSR (Der Holocaust auf dem Territorium der UdSSR). Ėnciklopedija, Moskva (Rosspen = Rossijskaja politicheskaja Ėnciklopedija, 117393 Moskva, Profsojuznaja 82) ISBN 978-5-8243-1296-6, 1138 S., Verzeichnis der Mitarbeiter, Verzeichnisse der Abkürzungen, Sigel und Archive; Auflage 1000 Stück

Das Werk bezieht sich auf mehrere der inzwischen vorliegenden Holocaust-Enzyklopädien, insbesondere auf die von Walter Laqueur und Judith Tydor Baumel herausgegebene: The Holocaust Encyclopedia, Princeton/NJ. 2001, die 2005 ins Russische übersetzt wurde und vom Holocaust-Zentrum in Moskau als unvollständig angesehen wird. Die hier vorgelegte Enzyklopädie wurde von Beiträgern aus den ehemaligen Mitgliedsländern der UdSSR sowie aus den USA und Israel verfasst; die meisten und alle größeren Lemmata sind gezeichnet und enthalten teilweise ausführliche  Literaturverzeichnisse und vor allem Archivhinweise, jedoch keine Anmerkungen. Viele Fotos ergänzen den Text.

Die Enzyklopädie bietet Stichworte zu Orten, Personen und Institutionen. Beispielsweise schreiben I. Ė. Elenskaja und E. S. Rozenblat über Kossovo, eine Stadt im nach 1921 polnischen und 1939 von der UdSSR okkupierten Gebiet, in der 1931 etwa 2.200 Juden 1ebten. Die Stadt wurde 25.Juni 1941 besetzt; im August 1942 wurde sie von Partisanen erobert, wobei 200 Juden befreit wurden – an anderen Orten wurden jedoch 1.800 Juden aus Kossovo  von deutscher Polizei unter Mitwirkung belorussischer Polizei und belorussischen „Selbstschutzes“ umgebracht. G. Rejkhman schreibt über G. L. Rozenblat, der Kommandeur eines jüdischen Zuges in der Partisaneneinheit Kovpak war, 1945 nach Israel ging und dort mehrere Bücher zum Partisanenkrieg publizierte. Ein ungezeichneter Artikel informiert über die Panzergenerale Matvej und Evsej Weinrub, welche den sowjetischen Angriff im Weichsel-Oder-Raum Anfang 1945 führten in dessen Verlauf Auschwitz befreit wurde. I. A. Al’tman schreibt über spezielle jüdische Partisaneneinheiten und über Juden in allgemeinen Partisaneneinheiten. Er kommt auf 70 jüdische Einheiten mit etwa 4000 Kämpfern und zählt insgesamt 17.500 jüdische Partisanen.

Auch Politiker werden in Hinblick auf den Holocaust in der UdSSR aufgeführt,  etwa Raul Wallenberg; Boris L. Vannikov, Volkskommissar für Rüstung; und Semen M. Dubnov, Historiker des Judentums, 1922 aus der UdSSR emigriert, 1933 aus Berlin nach Riga umgezogen, ermordet Dezember 1941. Ein anderes Beispiel: Isaak S. Zal’cman, Volkskommissar für Panzerbau und Mitorganisator der Massenfertigung der schweren sowjetischen Tanks ab 1942. Ein ungezeichnetes Lemma über L. N. Kaganovich notiert: „aktiv am stalinistischen Terror beteiligt … Unter seiner Leitung erfüllte das Eisenbahnsystem der UdSSR effektiv die schwierigen Aufgaben des Krieges … , die Verwandten in der Ukraine wurden Opfer des Holocaust … Ende 1950er, Anfang 1960er verlor er Regierungs- und Staatsämter und wurde aus den Partei ausgeschlossen.“

Besonders aktuell ist ein längerer Aufsatz von I. A. Al’tman und A. S. Frenkel über Denkmale (Pamjatniki). Außer dem bekannten Denkmal in Minsk wurden nach 1945 noch eine ganze Reihe anderer Denkmale mit jiddischer Inschrift auf Kosten lokaler Spender errichtet. Später allerdings forderten Bürgermeister und andere zunehmend, solche Denkmal auf den Friedhöfen zu errichten. In den fünfziger Jahren verschwanden auf vielen, aber nicht allen Denkmalen an öffentlichen Plätzen die Hinweise auf die jüdische Ethnizität,  jiddische Sprache etc.. Das war abhängig davon, wie mutig und wie erfolgreich sowjetische Bürger sich engagierten – in Minsk z. B. blieb der jiddische Text, aber neue Denkmale galten umfassend „Sowjetbürgern“ o. ä.. Dies änderte sich ab den 80er Jahren, heute gibt es eine eigene Internetsite (www.holomemory.ru ) , über welche das Auffinden von Plätzen des Massenmords und der Aufbau von Denkmalen organisiert werden kann.  

Die Herausgeber nennen im Vorwort einige wichtige deutsche Autoren zum Holocaust in der UdSSR (Dieter Pohl, Christian Gerlach, Andrej Angrick, Christoph Ditzmann). I. I. Kovtun bezieht sich in dem Lemma über die Waffen-SS sowohl auf das Buch von G. Kopp über die SS, das in russischer Über-setzung vorliegt, als auch auf M. Wildt’s „Generation der Unbedingten“ , womit die deutschsprachige Forschung über dessen Literaturverzeichnis zugänglich ist (auch wenn Wildt’s Thema eigentlich das Reichssicherheitshauptamt ist). A. I. Kruglov schreibt das Lemma über die Einsatzgruppen jedoch ohne Nachweise von Literatur, und V. D. Kulishov schreibt das Lemma über Galizien, ohne sich auf Dieter Pohl oder Thomas Sandkühler zu beziehen. D. A. Zhukov schreibt über Wehrmacht und Judenmord und bezieht sich auf Hannes Heer, dessen Buch ins Russische übersetzt wurde, und auf „Schöne Zeiten“ von Klee, Dressen und Ries, nicht aber auf Gerd Ueberschär oder Wolfram Wette. Wichtig ist jedoch, dass Zhukov und Kovtun auf Archivmaterialien verweisen. Der ungezeichnete, einspaltige Artikel über Hitler beruht auf Fest, dessen Buch ins Russische über-setzt wurde. Lohnt solcher Eintrag? Fragen wie die, ab wann es das Ziel Hitlers  war, die Juden nicht nur zu vertreiben, sondern zu ermorden, bleiben ungestellt.  Dass insgesamt die Kooperation mit deutschen Wissenschaftlern nicht intensiver gesucht wurde, ist bedauerlich. Am augenfälligsten wird das in der etwas unbe-kümmerten Bebilderung, die wenn man so will den wissenschaftlich ergiebigen Streit um die Bilder vom Krieg, welche sich in Deutschland an die „Wehrmachtsausstellung“ anschloss, verschlafen hat. 

Die Leistung der Enzyklopädie insgesamt ist beeindruckend. Wer sich über den Holocaust auf dem Territorium der ehemaligen UdSSR informieren, Bekannte in einer belorusssichen oder westrussischen Stadt – sagen wir in Glubokoe oder Staraja Russa – besuchen möchte oder zur Geschichte des Zweiten Weltkrieges bzw. des Massenmordes an den Juden überhaupt arbeitet, der wird an diesem Hilfsmittel genau so wenig vorbei gehen, wie an der Gesamtdarstellung, die Ilja Altman vorgelegt hat – oder auch den Büchern von Sandkühler, Gerlach und Pohl in deutscher Sprache.

                            Hans-Heinrich Nolte

 
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