Adresse: 115035, Russland, Moskau, Sadovnicheskaya St. 52/45
Russisches Forschungs-und Bildungszentrum "Holocaust"
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Fernruf/Fax: (499) 995-21-82, (495) 953-33-62
E-mail: center@holofond.ru
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Über uns

Das Russische Forschungs- und Bildungszentrum „Holocaust“ wurde 1992 gegründet. Seit 1997 existiert darüber hinaus die interregionale „Holocaust“ Stiftung. Das “Holocaust” Zentrum ist die erste Organisation in einem Nachfolgestatt der UdSSR, deren Ziel es ist, das Gedenken an die Opfer des Holocaust zu erhalten. Dies geschieht durch verschiedene Kooperationen, im Rahmen derer Ausstellungen und Museen eröffnet werden und das Thema Holocaust in die Lehrpläne von Mittel- und Hochschulen eingearbeitet wird. Zu den wichtigsten Aufgabengebieten des „Holocaust“ Zentrums gehören die Durchführung von Gedenkveranstaltungen, die Förderung von Meinungsbildung sowie Interviews mit Zeitzeugen. Der erste Vorsitzende des Zentrums war der bekannte russischer Historiker und Philosoph Michail Gefter (1918-1995). Mehr als 200 russische Gelehrte, Journalisten, prominente Personen, ehemalige Ghetto-Häftlinge und Veteranen des Großen Vaterländischen Krieges sind Mitglieder der Stiftung. Regionale Vertreter des Zentrums gibt es in St. Petersburg, Blagovetschschensk, Kaliningrad, Krasnodar, Nishnyj Nowgorod, Voronesh, Vladimir, Rostow, Smolensk, Taganrog und Brest (Weißrussland). Alla Gerber, Schriftstellerin und Journalistin sowie Abgeordnete der fünften Staatsduma, ist zur Zeit Präsidentin der Stiftung und Co-Vositzende des Russischen Forschungs- und Bildungszentrums “Holocaust”. Ilya Altman, Historiker und Archivist, ist Co-Vorsitzender des Russischen Forschungs- und Bildungszentrums “Holocaust”. Der prominente russischer Anwalt Henry Reznik ist der Vorsitzende des Kuratoriums, dem auch andere Größen aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Politik angehören

Veranstaltungskalender

 

Neuigkeiten

Die Tätigkeiten des Zentrums „Holocaust“ werden durch die
Claims Conference (USA) unterstützt.

holocf.ru

01 Januar / Neues Lehrmaterial vom Holocaust Zentrum ueber die „Gerechten unter den Voelkern“

Zum Jahresbeginn stellt das Holocaust Zentrum den russischen Lehrern neues Lehrmaterial, herausgegeben von I. A. Altman und D.I. Poltorak, zur Verfuegung. Das Lehrpaket “Die Gerechten in Russland 1941-1945“ im Verlag „Russkoe Slovo“ 2011, 56 S. besteht aus einer Dokumentensammlung und methodologischen Empfehlungen.

Der erste Teil enthaelt Dokumente und Augenzeugenberichte, Karten und Fotos, einunddreissig Berichte von den Rettern oder den Geretteten sowie Beschreibung und Fotos der Medaillen und Urkunden.

Der zweite Teil in Form einer separaten Broschuere bietet methodologische Empfehlungen fuer den Gebrauch des Lehrpakets an.

Die Ausgabe umfasst Dokumente und Fotografien ueber die bewegendsten Berichte, wie russische Buerger Juden retteten. Es werden auch einige Dokumente von geretteten Juden, die in Russland lebten oder noch leben aus allen Regionen, die waehrend des Krieges besetzt waren.

Bestellungen koennen gerichtet werden an center@holofond.ru

10 November / 10. November 2011 Holocaust-Denkmal in Ljubabitsch eingeweiht

 Ein Denkmal, das an die Ermordung von 483 Juden aus dem Ort durch die deutschen Besatzer und ihre Helfer im November 1941 erinnern soll, wurde in der westrussischen Stadt Ljubawitsch ( Bez. Smolensk) eingeweiht. Dort finden sich die Namen von 74 Opfern, die vom Dokumentationszentrum Yad Vashem identifiziert werden konnten.    Das Denkmal wurde auf Initiative des Moskauer Holocaust Zentrums und des Russisch-Juedischen Kongresses im Rahmen des Projektes „ Die Wuerde zurueck geben“ errichtet, als erstes dieser Art in Zusammenarbeit mit den russischen evangelischen Kirchengemeiden entstanden wurde es in der Woche der Bruederlichkeit eingeweiht. Tausende evangelische Christen haben zu dem Werk des Bildhauers Alexej Samlely und des Archtitekten Wladislaw Kondratjew beigetragen und in einer Granitplatte den Satz „Wir bitten um Vergebung“ eingelassen.

Bei der Einweihung sprachen der Ljubawitscher Rabbi Jitzchak(Isaak?) Kogan und der Leiter der Moskauer Bronnaja Synagoge und Rabbi fuer das Smolensker Gebiet, Levi Mondschein das Kaddisch. An der Zeremonie nahmen neben dem Vertreter des Moskauer Holocaust-Zentrums Ilja Altman, dem Praesidenten des Russisch-Juedischen Kongresses Jurij Kanner, dem stellvertretenden Gouverneur des Smolensker Gebietes Sergej Gorjunow und Vertretern des Diplomatischen Corps und verschiedener Organsationen auch die Augenzeugin Anastasia Poljakowa teil.

Ljubawitsch, in dem ueber 300 Jahre Juden lebten, war eines der wichtigsten Zentren des Chassidismus. Es war von 1813 bis 1915 das Zentrum der Chabad Lubawitscher Bewegung, die von hier aus Rabbis in Gemeinden in i Europa und den US schickten. Dies war ein Grund fuer ein besonders grausames Vorgehen gegenueber der juedischen Bevoelkerung, die erschossen, erschlagen oder lebendig begraben wurde.

Ueber Jahre war am Ort der Exekutionen, einem Hohlweg auf dem Gelaende eines Schlachthofes lediglich ein Rechteck mit einem fuenfzackigen Stern angebracht-ohne Inschrift. Erst 2002 stellten russische und deutsche Studenten dort eine Gedenktafel auf.


26 Oktober / 26.Oktober: Gedenkzeremonie fuer Holocaustopferin Taganrog

Der Co-Vorsitzenden des Russischen Holocaust-Zentrums nahm an einer Gedenkveranstaltung für die vor 70 Jahren ermordeten 1500 Juden aus Taganrog (Südrussland) teil, die zusammen mit der lokalen Vertretung des Zentrums organisiert wurde. Zu den Teilnehmern gehörte einer der „Gerechten unter den Völkern“ Igor Polugorodnik aus dem Ort. Zusätzlich leitete Prof. Altman ein Seminar zur Holocaust-Erziehung für Lehrer in Taganrog. und am folgen Tag in Rostow/Don.


25 Oktober / 25.Oktober: Babij Jar Konferenz in Kiew

 In Kiew tagte eine vom Ukrainischen Zentrum für Holocaust Forschung und  dem Institut francais  veranstalte Konferenz zum Thema „Babij Jar Geschichte und Erinnerung an die Vernichtung“ Dr Kirill Feferman vertrat das Moskauer Holocaust-Zentrum mit dem Beitrag „Zwischen Hoffen und Bangen:- die Kiewer Juden in den ersten drei Kriegsmonaten“, Arkadij Setzer (Yad Vashem) referierte über den  Bericht des Jüdischen Antifaschistischen Komitees (JAK) zu Babij Jar in dessen Zeitung „Ejnigkejt“ und Alexander Kruglov legte unter Berücksichtigung bisher noch nicht ausgewerteter Quellen neue Opferzahlen vor.

23 Oktober / 23. Oktober: Gedenkveranstaltung fuer Holocaustopfer in Belarus

 Im Museum für Jüdisches Erbe und Holocaust  fand eine Gedenkveranstaltung an den Holocaust in Belarus statt. An ihr nahmen hochrangige Vertreter aus der belarussischen Botschaft,  die Präsidentin des Fonds Holocaust und Parlamentsabgeordnete Alla Gerber  u.a. teil .Die Veranstaltung unter der Leitung von Prof. I. Altman rief die Erinnerung an das Minsker Ghetto wach, eines der grössten, in dem  bis zu seine rvollständigen Zerstörung über eine Zeitraum von 27 Monaten mehr als 100 00 Juden aus Polen, Österreich Frankreich, den Niederlanden und Belgien zusammengepfercht waren: Die Schilderung der persönlichen Erlebnisse eines Überlebenden, Boris Srebnik hinterließ einen tiefen Eindruck bei den Zuhörern.

18 Oktober / 18.Oktober: Vorlesungen und Seminare zum Thema Holocaust in Nowosibirsk und Birobidschan

Prof I. Altman hielt mehrere Vorlesungen über Probleme des Holocaust an  Schulen und Hochschulen in Nowosibirsk. Das Russische Holocaust-Zentrum nahm mit seinen MitarbeiternInnen Natalja Anisina und Leonid Teruschkin zum dritten Mal an einem Seminar über den Holocaust in Birobidschan, der Hauptstadt der Autonomen Jüdischen Region in Russischen Fernen Osten teil.

05 Oktober / 5. Oktober: VI. Internationale Konferenz – der Holocaust und das gegenwaertige Russland

5. Oktober: In St Petersburg fand vom 2 bis 5. Oktober die VI Internationale Konferenz „Die Lehren aus dem Holocaust und das gegenwärtige Russland: Probleme der Memorialization“ statt. An ihr nahmen mehr als 80 Wissenschaftler, Kommunalpolitiker und Lehrer aus Israel, Deutschland, Polen, den Niederlanden, der Ukraine, Moldawien und Litauen teil. Die Konferenz wurde gemeinsam organsiert vom Russischen Holocaust-Zentrum, Yad Vashem, dem Anne-Frank-Haus, dem Haus der Wannsee-Konferenz, der Staatlichen Russischen Pädagogischen Herzen Universität (S Petersburg), dem Museum für Jüdisches Erbe und Holocaust (Moskau) und dem Petersburger Jüdischen Gemeindezentrum. Im Rahmen der Konferenz fanden zwei Seminare zu pädagogischen Fragen statt , eine für Lehrer aus der Region Petersburg und das andere für Lehrer an jüdischen Schulen in Russland, der Ukraine, Belarus und Litauen. Während der Konferenz wurde die Ausstellung des Anne-Frank-Hauses „Anne Frank Lehren aus der Geschichte“ vorgestellt.

Die Konferenz fand im Gedenken an den 70 .Jahrestag der Ermordung jüdischer Bürger der Stadt Puschkin und den 20 Jahrestages der Errichtung eines Denkmals für die Opfer statt.

27 September / 27 September: Videokonferenz Moskau – Kiew - Astana zu Babij Jar

27 September: Eine von der russischen Nachrichtenagentur RIA organisierteVideo-Konferenz Moskau Kiew Astana zum Thema „Die Tragödie von Babij Jar: die Lehren der Vergangenheit“ fand unter Beteiligung von Prof. Altmann und dem Präsidenten des Russisch-jüdischen Kongresses Jurij Kanner statt. Altman hob unterstrich, dass die Erinnerung an den Großen Vaterländischen Krieg geeignet sei, die Völker, die auf dem Gebiet der ehemaligen UdSSR leben, zu einigen. An der Konferenz nahmen außerdem teil ,der Sekretär des Babij-Jar-Komitees, Witalij Nachmanowitsch, der Direktor des Ukrainischen Zentrums für Holocaust-Forschung, Anatolij Podolskij und der israelische Botschafter in Kasachstan Israel Mei-Ami.


27 September / 27. September: Babij Jar Gedenken

Im Museum für Jüdisches Erbe und Holocaust fand eine Gedenkveranstaltung für Babij Jar statt., die vom Russisch-Jüdischen Kongress, dem Russischen Zentrum und Fond Holocaust, der Internationalen Vereinigung ehemaliger Lager-- und Ghettogefangenen und der Botschaft der Ukraine in Russland organisiert wurde. Daran nahmen u.a.die Botschafterin Israels in Russland, Dorit Golender, der deutsche Botschafter Ulrich Brandenburg, der ukrainische Botschafter Vladimir Elchenko, der Präident der Internationalen Vereinigung der ehemaligen Lager- und Ghettogefangegen Efim Gologorsky, der ehemalige Ghettogefangene und Partisan Semeon Dudik teil. An dem Abend, der unter Leitung des Ko-Vorsitzenden des Holocaust-Zentrums I. Altman stand, wurden Filme und andere Dokumente zu den Ereignissen von Babij Jar vorgestelt. Das Russische Fernsehen berichtete über die Veranstaltung.


23 September / 23 September: Gedenkveranstaltung fuer die Opfer des Holocaust in Litauen

  Im Museum für Jüdisches Erbe und Holocaust fand eine Gedenkveranstaltung für die litauischen Holocaustsopfer mit Blick auf das Holocaust Jahr in Litauen statt, die von Prof. I. Altman geleitet wurde. Unter den mehr als120 Teilnehmern befanden sich ehemalige Ghettogefangene, Diplomaten und Vertreter des öffentlichen Lebens. Die israelische Botschafterin in Moskau Dorit Golender wies in ihrem Beitrag auf die Geschichte ihrer Familie in Litauen hin und dankte den Litauern., die während des Krieges versuchten, Juden zu retten.Der litauische ausserordentliche Gesandte und bevollmächtigte Minister in Moskau, Andrjus Pulokas ging in seiner Rede auf die Jahre des Holocaust in Litauen ein. Bewegend war der Beitrag von Samuil Klebansky, der als Kind das Ghetto von Kaunas überlebte, Jan Erick Dubbelmann vom Anne-Frank Haus (Amsterdam) hob die erfolgreiche langjährige Zusammenarbeit mit demRussischen Holocaust-Zentrum hervor. Der Vertreter des UN-Informationszentrums in Moskau unterstrich die Bedeutung des Zentrums für den Prozess der Memoralisierung des Holocaust in Russland.

Mehr Information

Unsere Buecher

Frieda Michelson. Ich habe Rumbula uberlebt. Moskau, 2011.

Frieda Michelson. Ich habe Rumbula uberlebt. Moskau, 2011.

Das Buch behandelt die Vernichtung der Juden Rigas wahrend des Zweiten Weltkriegs in einem der blutigsten Verbrechen der Nationalsozialisten und ihrer Helfer auf den besetzten sowjetischen Gebieten. Der Massenmord im Wald vom Rumbula steht zweifellos auf einer Stufe mit anderen Orten menschlicher Tragodien wie Babyn Jar, dem Wald von Paneriai, dem Ghetto Kaunas und anderen.
«Ich habe Rumbula uberlebt» baisert auf den Erinnerungen einer von nur zwei Uberlebenden, die wie durch ein Wunder der Erschie?ung der Juden Rigas entkamen. Im Zuge zweier Gro?einsatze Ende November und Anfang Dezember 1941 wurden fast alle der 30 000 Bewohner des Ghettos Riga ermordet. Die Chancen auf eine erfolgreiche Flut waren praktisch null. Doch Frieda Michelson hat uberlebt und somit auch die Erinnerung an die Greueltaten. Das Geschehene zu vergessen ist nicht moglich, selbst wenn man es versucht. In den 60-iger Jahren schrieb sie in ihrer Muttersprache Jiddisch ihre Erinnerungen nieder. David Silberman dienten diese als literarische Vorlage fur ein Buch in russischer Sprache, das nun in vierter Auflage erscheint.  Bisher war das Werk aufgrund der bescheidenen Auflage nur innerhalb Litauens bekannt.
Silberman wurde 1941 in Preili (Lettland) geboren. Seiner Familie gelang es ihre Heimatstadt noch vor dem Eintreffen der Wehrmacht zu verlassen. Wahrend seiner Zeit in Riga in den 1960er-Jahren setzte er sich aktiv fur die Rechte der Juden in der UdSSR ein und nahm dafur auch Repressionsmassnahmen der sowjetischen Behorden gegen sich inkauf. 2004 konnte mit personlichen Mitteln von David Silberman in Preili ein Mahnmal fur die Opfer des Holocaust errichtet werden errichtet werden.



Wir können nicht schweigen – Schüler und Studenten über den Holocaust (7. Ausgabe)

 Die Sammlung in russischer Sprache enthält wissenschaftliche Arbeiten, Essays, Zeichnungen von Schülern und Studenten aus Russland, Belarus und der Ukraine, die als Preisträger des 7. Internationalen Schreib- und Zeichenwettbewerbs zum Gedenken an den Holocaust einen Beitrag leisten. Ebenfalls Teil der Sammlung sind ausgewählte Reden und Präsentationen der Internationalen Jugendkonferenz „Holocaust: Gedenken und Mahnung“. Zahlreiche Arbeiten entstanden auf Basis von Interviews mit Opfern und Zeitzeugen, Nachforschungen in Archiven und sorgfältiger Literaturrecherche und beinhalten sogar neue geschichtliche und philosophische Thesen. Die Sammlung richtet sich vor allem an Historiker, Lehrpersonen, Studenten und Schüler.
Wir können nicht schweigen – Schüler und Studenten über den Holocaust (7. Ausgabe); verfasst von I. A. Altman, D. V. Prokudin; Hrsg.: Zentrum und Stiftung „Holocaust“ 2010; 176 S.; ISBN 978-5-87902-223-0

25. November / „Verwahre meine Briefe“ (russ.: „Сохрани мои письма...“) – Präsentation der zweiten Ausgabe

Auf Grundlage von über 1000 Briefen, Tagebüchern und Fotos aus dem Archiv des Holocaustzentrums erschien 2007 die erste Teilausgabe der Sammlung sowjetisch-jüdischer Erinnerungen aus dem zweiten Weltkrieg. Dank dieses Buches wurde das Archiv des Zentrums wesentlich mit neuen persönlichen Schriftstücken ergänzt. Darunter befinden sich unter anderem Briefe und Tagebücher zahlreicher bekannter Schriftsteller, Dichter, Gelehrter und Kriegshelden. Im Sammelband sind teils auch Briefe anderer Museen und Archive enthalten. Die Dokumente sind Zeugnis der Ereignisse von Anfang bis Ende des Krieges. Das Buch richtet sich an nur an Historiker, sondern an eine breite Leserschaft.
Verwahre meine Briefe…
Eine Sammlung jüdischer Briefe aus der Zeit des Großen Vaterländischen Krieges (2. Ausgabe), Hrsg: I. A. Altman, L. A. Terushkin, I. V. Brodskaya; Text und Vorwort von I. A. Altman; 2010; 328 S. ISBN 978-5-87902-222-3

 

THE UNKNOWN BLACK BOOK

THE UNKNOWN BLACK BOOK
Der Holocaust auf den deutsch besetzen Gebieten der Sowjet-Union
Von Ilya Altman und Joshua Rubenstein

 Die Fachbibliothek des Holocaustcenters hat ein neues Buch rein bekommen. „The Unknown Black Book“ oder zu Deutsch „Das unbekannte schwarze Buch“ beinhaltet zum ersten Mal eine relevante Ansammlung in Englischer Sprache von Testamenten jüdischer Überlebende der Freilufterschießungen und anderen Untaten, die von den Nazis und ihren Verbündeten auf den besetzten sowjetischen Gebieten durchgeführt wurden, während des Zweiten Weltkrieges. Diese Dokumente, von ortsansässigen Personen, sind aus erster Hand von Überlebenden aus Arbeitslagern, Ghettos, Gewaltmärschen, Prügeleien, Hungerperioden und Krankheiten. Gesammelt wurde das unter der Leitung von 2 renommierten sowjetisch jüdischen Journalisten, Vasily Grossman und Ilya Ehrenburg. Sie erzählen von Juden, die in Gruben, abgetrennten Ecken von Apartments, Dachböden oder in Bunkern gehaust haben und sich nicht verpflegen konnten aus Angst von den Nachbarn verraten zu werden, was damals nicht unüblich war.

Der Holocaust auf dem Territorium der UdSSR

Il’ja A. Al’tman Hg.:Kholokost na territorii SSSR (Der Holocaust auf dem Territorium der UdSSR). Ėnciklopedija, Moskva (Rosspen = Rossijskaja politicheskaja Ėnciklopedija, 117393 Moskva, Profsojuznaja 82) ISBN 978-5-8243-1296-6, 1138 S., Verzeichnis der Mitarbeiter, Verzeichnisse der Abkürzungen, Sigel und Archive; Auflage 1000 Stück

Das Werk bezieht sich auf mehrere der inzwischen vorliegenden Holocaust-Enzyklopädien, insbesondere auf die von Walter Laqueur und Judith Tydor Baumel herausgegebene: The Holocaust Encyclopedia, Princeton/NJ. 2001, die 2005 ins Russische übersetzt wurde und vom Holocaust-Zentrum in Moskau als unvollständig angesehen wird. Die hier vorgelegte Enzyklopädie wurde von Beiträgern aus den ehemaligen Mitgliedsländern der UdSSR sowie aus den USA und Israel verfasst; die meisten und alle größeren Lemmata sind gezeichnet und enthalten teilweise ausführliche  Literaturverzeichnisse und vor allem Archivhinweise, jedoch keine Anmerkungen. Viele Fotos ergänzen den Text.

Die Enzyklopädie bietet Stichworte zu Orten, Personen und Institutionen. Beispielsweise schreiben I. Ė. Elenskaja und E. S. Rozenblat über Kossovo, eine Stadt im nach 1921 polnischen und 1939 von der UdSSR okkupierten Gebiet, in der 1931 etwa 2.200 Juden 1ebten. Die Stadt wurde 25.Juni 1941 besetzt; im August 1942 wurde sie von Partisanen erobert, wobei 200 Juden befreit wurden – an anderen Orten wurden jedoch 1.800 Juden aus Kossovo  von deutscher Polizei unter Mitwirkung belorussischer Polizei und belorussischen „Selbstschutzes“ umgebracht. G. Rejkhman schreibt über G. L. Rozenblat, der Kommandeur eines jüdischen Zuges in der Partisaneneinheit Kovpak war, 1945 nach Israel ging und dort mehrere Bücher zum Partisanenkrieg publizierte. Ein ungezeichneter Artikel informiert über die Panzergenerale Matvej und Evsej Weinrub, welche den sowjetischen Angriff im Weichsel-Oder-Raum Anfang 1945 führten in dessen Verlauf Auschwitz befreit wurde. I. A. Al’tman schreibt über spezielle jüdische Partisaneneinheiten und über Juden in allgemeinen Partisaneneinheiten. Er kommt auf 70 jüdische Einheiten mit etwa 4000 Kämpfern und zählt insgesamt 17.500 jüdische Partisanen.

Auch Politiker werden in Hinblick auf den Holocaust in der UdSSR aufgeführt,  etwa Raul Wallenberg; Boris L. Vannikov, Volkskommissar für Rüstung; und Semen M. Dubnov, Historiker des Judentums, 1922 aus der UdSSR emigriert, 1933 aus Berlin nach Riga umgezogen, ermordet Dezember 1941. Ein anderes Beispiel: Isaak S. Zal’cman, Volkskommissar für Panzerbau und Mitorganisator der Massenfertigung der schweren sowjetischen Tanks ab 1942. Ein ungezeichnetes Lemma über L. N. Kaganovich notiert: „aktiv am stalinistischen Terror beteiligt … Unter seiner Leitung erfüllte das Eisenbahnsystem der UdSSR effektiv die schwierigen Aufgaben des Krieges … , die Verwandten in der Ukraine wurden Opfer des Holocaust … Ende 1950er, Anfang 1960er verlor er Regierungs- und Staatsämter und wurde aus den Partei ausgeschlossen.“

Besonders aktuell ist ein längerer Aufsatz von I. A. Al’tman und A. S. Frenkel über Denkmale (Pamjatniki). Außer dem bekannten Denkmal in Minsk wurden nach 1945 noch eine ganze Reihe anderer Denkmale mit jiddischer Inschrift auf Kosten lokaler Spender errichtet. Später allerdings forderten Bürgermeister und andere zunehmend, solche Denkmal auf den Friedhöfen zu errichten. In den fünfziger Jahren verschwanden auf vielen, aber nicht allen Denkmalen an öffentlichen Plätzen die Hinweise auf die jüdische Ethnizität,  jiddische Sprache etc.. Das war abhängig davon, wie mutig und wie erfolgreich sowjetische Bürger sich engagierten – in Minsk z. B. blieb der jiddische Text, aber neue Denkmale galten umfassend „Sowjetbürgern“ o. ä.. Dies änderte sich ab den 80er Jahren, heute gibt es eine eigene Internetsite (www.holomemory.ru ) , über welche das Auffinden von Plätzen des Massenmords und der Aufbau von Denkmalen organisiert werden kann.  

Die Herausgeber nennen im Vorwort einige wichtige deutsche Autoren zum Holocaust in der UdSSR (Dieter Pohl, Christian Gerlach, Andrej Angrick, Christoph Ditzmann). I. I. Kovtun bezieht sich in dem Lemma über die Waffen-SS sowohl auf das Buch von G. Kopp über die SS, das in russischer Über-setzung vorliegt, als auch auf M. Wildt’s „Generation der Unbedingten“ , womit die deutschsprachige Forschung über dessen Literaturverzeichnis zugänglich ist (auch wenn Wildt’s Thema eigentlich das Reichssicherheitshauptamt ist). A. I. Kruglov schreibt das Lemma über die Einsatzgruppen jedoch ohne Nachweise von Literatur, und V. D. Kulishov schreibt das Lemma über Galizien, ohne sich auf Dieter Pohl oder Thomas Sandkühler zu beziehen. D. A. Zhukov schreibt über Wehrmacht und Judenmord und bezieht sich auf Hannes Heer, dessen Buch ins Russische übersetzt wurde, und auf „Schöne Zeiten“ von Klee, Dressen und Ries, nicht aber auf Gerd Ueberschär oder Wolfram Wette. Wichtig ist jedoch, dass Zhukov und Kovtun auf Archivmaterialien verweisen. Der ungezeichnete, einspaltige Artikel über Hitler beruht auf Fest, dessen Buch ins Russische über-setzt wurde. Lohnt solcher Eintrag? Fragen wie die, ab wann es das Ziel Hitlers  war, die Juden nicht nur zu vertreiben, sondern zu ermorden, bleiben ungestellt.  Dass insgesamt die Kooperation mit deutschen Wissenschaftlern nicht intensiver gesucht wurde, ist bedauerlich. Am augenfälligsten wird das in der etwas unbe-kümmerten Bebilderung, die wenn man so will den wissenschaftlich ergiebigen Streit um die Bilder vom Krieg, welche sich in Deutschland an die „Wehrmachtsausstellung“ anschloss, verschlafen hat. 

Die Leistung der Enzyklopädie insgesamt ist beeindruckend. Wer sich über den Holocaust auf dem Territorium der ehemaligen UdSSR informieren, Bekannte in einer belorusssichen oder westrussischen Stadt – sagen wir in Glubokoe oder Staraja Russa – besuchen möchte oder zur Geschichte des Zweiten Weltkrieges bzw. des Massenmordes an den Juden überhaupt arbeitet, der wird an diesem Hilfsmittel genau so wenig vorbei gehen, wie an der Gesamtdarstellung, die Ilja Altman vorgelegt hat – oder auch den Büchern von Sandkühler, Gerlach und Pohl in deutscher Sprache.

                            Hans-Heinrich Nolte

Neue Bücher In der Fachbibliothek

  Die Fachbibliothek des Holocaustzentrums wird regelmäßig mit neuer, internationaler Literatur ausgestattet, die das Thema “Holocaust auf den besetzten gebieten der Sowjetunion” behandelt.
Die Bücher sind zu großem Teil Schenkungen internationaler Verlage, Universitäten und Organisationen, wie dem Hamburger Institut für Sozialforschung. Das Institut unterstützt das Zentrum regelmäßig. So erhielt das Zentrum in diesem Monat zwei neue Bücher aus Hamburg.
 Das Buch “Kalkulierte Morde. Die deutsche Wirtschafts- und Vernichtungspolitik in Weißrussland 1941 bis 1944” von Christian Gerlach beleuchtet verschiedene Vorgehensweisen und Geschehnisse während der Besatzungszeit wie zum Beispiel Landwirtschafts- und Ernährungspolitik in Weißrussland, Zerstörungen von Städten und Entindutsrialisierung, Zwangsarbeit im Gebiet Weissrusslands, die Ermordung der weißrussischen Juden und die weißrussische Partisanenbewegung.




Des Weiteren erhielt das Holocaustzentrum von Hamburger Institut für Sozialforschung Andrej Angricks “Besatzungspolitik und Massenmord. Die Einsatzgruppe D in der südlichen Sowjetunion 1941-1943”. Auch diese Arbeit beschäftigt sich unter anderem mit dem Überfall auf die Sowjetunion, mit den verschiedenen “Tätigkeiten” der Einsatzgruppen auf den besetzten Gebieten, mit den Volksdeutschen und den verschiedenen Vorgehensweisen der  deutschen Vernichtungspolitik.

Antisemitismus: der allgemeine Hass. Essays in Erinnerung an Simon Wiesenthal Eds. Ilya Altman. Shimon Samuels, Mark Weitzman

Veroeffentlichungen 2008:

Antisemitismus: der allgemeine Hass. Essays in Erinnerung an Simon Wiesenthal
Eds. Ilya Altman. Shimon Samuels, Mark Weitzman
Das Buch wurde durch die UNESCO, das  Simon Wiesenthal Center und Verbie et Lumiere Vigilance,  in englisch und franzoesisch veroeffentlicht. Die Russische Ausgabe enthaelt neue Artikel von Russischen Autoren und ein spezielles Kapitel mit Reden russischer Politiker wie Michail Gorbatschov, Vladimir Putin und Dmitry Medvedev.

Neue Bücher in der Bibliothek des Holocaustzentrums


  Die Bibliothek des Holocaustzentrums wird regelmäßig mit neuen internationaeln Büchern erweitert, die sich mit dem Thema des Holocaust auf den besetzten Gebieten der UdSSR auseinendersetzen. Neben dem vom United States Holocaust Memorial Museum herausgebrachten Buch “The Shoah in Ukraine” konnte der Bibliothek auch das neu erschienene Buch “Holoaust in Litauen” (Böhlau Verlag, 2008) hinzugefügt werden. Herausgegeben von Vincas Bartusevicius, Joachim Tauber und Wolfram Wetter beschäftigt sich das Buch mit dem Holoaust in Litauen und geht hierbei besonders auf das Jahr 1941 ein. In internationaler Zusammenarbeit beschäftigten sich Historiker mit den zahlreichen Morden an Juden, mit litauischen Kollaborateuren und den Auswirkungen des Krieges in dem baltischen Land, das als Testgelände für den Holocaust gesehen werden kann.

Wir können nicht Schweigen: Schüler und Studenten über den Holocaust. Band 4n über den Holocaust. Band 4

                          
                                
  Wir können nicht Schweigen: Schüler und Studenten über den Holocaust. Band 4
Gefasst von D. Prokudin, I. Altman – Zentrum und Stiftung Holocaust 2008
  Eine Sammlung der Gewinnerarbeiten des internationalen Wettbewerbes „Lehrstunden des Holocaust – ein Weg zu mehr Toleranz“  beinhaltet Forschungsarbeiten, Essays und Bilder von Schülern und Studenten aus neun Regionen Russlands und Weißrusslands.
Im einleitenden Aufsatz versucht der Pädagoge D. Prokudin Tendenzen und Stimmungen in Schulen und Universitäten festzuhalten und gibt praktische Tipps zur Arbeit mit den Materialien. Das Buch richtet sich an Schüler, Studenten und Pädagogen. Der Originaltext ist auf unserer Seite unter der Rubrik "Российская библиотека Холокоста" veröffentlicht.

 
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