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Russland gedenkt der Ermordung der lettischen Juden und der Helden der Schlacht um Moskau

11.Dezember 2011.Am 11. Dezember fand in der Synagoge auf dem Poklonaja Huegel eine Gedenkveranstaltung fuer die Opfer der Liquidierung des Rigaer Ghettos statt.  Dies war die vierte und abschliessende dieser Art, die der Russisch-Juedische Kongress (REK) und das Holocaust Zentrum gemeinsam mit den Botschaften der ehemaligen Sowjetrepubliken, in denen diese Tragoedien stattfanden, in Erinnerung an den Beginn  des Holocaust vor 70 Jahren  in Litauen, der Ukraine, Belarus und Lettland veranstalteten.
Die einleitenden Worte sprach der Praesident des REK, Jurij Kanner, der die Notwendigkeit unterstrich, besonders in den betroffenen Staaten das Gedaechtnis bewahren und gleichzeitig zu versuchen, Erziehungsprojekte und -programme  zu initiieren, die zu gegenseitigem Verstehen und Toleranz fuehrten.
Nach einer Schweigeminute sprach der Rabbi Sinowi Kogan das Kaddisch.
Der ausserordentliche und bevollmaechtigte Botschafter Lettlands, Edgars Skuja, richtete die Aufmerksamkeit auf die mutigen Taten von Jannis Lipke, den lettischen Gerechten unter den Voelkern und die Bildungs -   und  Gedenkprogramme in Lettland
Durch die Veranstaltung fuehrte Ilja Altman, der von der Rettung zweier Frauen berichtete, die wie durch ein Wunder die Erschiessungsaktion der lettischen Juden in Rumbulaer Wald bei Riga ueberlebten. Im Rahmen einer Massenaktion wurden dort Anfang Dezember 1941 fast alle Bewohner des Rigaer Ghettos, ca 30 000 Menschen umgebracht. Die Erinnerungen von Frida Michelson und Ella Medalje  wurden im Rahmen der Veranstaltung vorgestellt.
Traditionell gern gesehene Gaeste  waren der Direktor des Eben-Ezer-Fonds Boris Wasjukow und der Vorsizende des Museumsbeirates  Prof Jurij Dombrowski, dessen Schicksal auf wun dersame Weise mit dem von Frida Michelson verbunden ist, er studierte zusammen m ihrem Sohn Jurij.
Der erste Teil des Abends schloss mit der Praesentation von Materialien ueber den Helden der Sowjetunion Isaj Illasarow, einen Bergjuden, der bei der Schlacht von Moskau seinen militaerischen Weg begann und in der lettischen Stadt Bauska 1944 sein Grab fand.
Das Thema der Toleranz im Kontext der Teilnahme verschiedener Voelker der Sowjetunion bei der Schlacht um Moskau, wurde an einem Runden Tisch fortgesetzt. Leonid Tjoruschin, der Leiter des Archivs berichtete von der lettischen Abteilung, die bei Moskau kaempfte.
Die Teilnehmer der Gedenkveranstaltung konnten als erste die neue Ausstellung, die das Archiv des Holocaustzentrums aus dem persoenlichen Archivs des Kriegsberichterstatters  D.A. Minsker erstellt hat, ansehen. Neben dessen persoenlichen Dingen und Fotografien wurde auch die legendaere Leika mit der speziellen Vorrichtung fuer die Bedienung mit der linken Hand nach  seiner Verwundung gezeigt. Seine Tochter Galina Davidowna Minsker erzaehlte ueber die militaerischen Heldenaten ihres Vaters
Danach berichtete  der Mitarbeiter des Museums Alexander Engels  von dem mutigen juedischen Soldaten Lazar Papernik, der sich als letzter ueberlebener Kaempfer seiner Einheit mit seiner letzten Handgranate in die Luft sprengte.
Noch zu sowjetischen Zeiten  wurde eine Moskauer Strasse nach ihm benannt, und seit Dezember 2012 traegt eine Moskauer Schule seinen Namen. Die Veranstaltung endete mit einem Vortrag von A.S: Engels ueber die Entwicklung und Anwendung von Antipanzerminen bei der Schlacht um Moskau.

 
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