Russland begeht den internationalen Gedenktag an die Holocaustopfer
30 Dezember 2011 30. Dezember.Im Rahmen des Holocaustgedenkens wird am 24 Januar im Haus des Film eine Trauerveranstaltung stattfinden in Anwesenheit der ausserordentlichen und bevollmaechtigten Botschafterin Israels, Dorit Golender und dem Co-Vorsitzenden des Holocaustzentrums I. Altman. Dort wird der Beitrag des Dokufilmers Boris Mafzir ueber das Yad Vashem Projekt „Auf den Spuren der vergessenen Erinnerung“ gezeigt werden. In diesem Projekt werden Zeitzeugen aus verschiedenen Laendern gesucht, die sich an Namen von in der Shoah umgekommenen Menschen erinnern koennen. Die Dokumente werden von Historikern in Yad Vashem gesammelt und ueberprueft: so viele der Namen wie moeglich sollen ihren Platz an den Waenden im Saal der Namen finden.
Der 10. internationale Holocaust-Wettbewerb: erste Ergebnisse
25 Dezember 2011 25. Dezember 2011.An dem 10. internationalen Wettbewerb nahmen 1775 Schueler, Lehrer und Studenten aus 12 Laendern teil (Aserbeidschan, Belarus, Israel, Kasachstan, Krygystan, Lettland, Litauen, Moldawien, Russland, USA, Ukraine und Estland). Aus Russland kamen Einsendungen aus 71 der 83 Regionen, davon die meisten aus und um Moskau.
Einen Rekord wiesen die methodologischen Beitraege der Lehrer auf, fast ein halbes Tausend Arbeiten, die sich nicht nur dem Thema widmeten, sondern auch Praxiserfahrungen vermittelen. Unter den Einsendungen der Schueler (936) ueberwiegen kreative Ansaetze wie Aufsaetze und Zeichnungen.
Von der Gruppe der Studenten, fuer die als Hauptpreis ein Besuch des UNESCO-Hauptquartiers in Paris ausgesetzt war, gingen 347 Beitraege ein.
Die Gewinner werden am 25 Januar zum internationalen Holocaustgedenktag nach Moskau eingeladen.
Ab jetzt koennen bereits Arbeiten fuer den naechsten Wettbewerb eingereicht werden, mehr als 80 liegen schon vor.
Das Thema Holocaust in Russland beschaeftigt auch Japan
20 Dezember 2011 20. Dezember.2011. Waehrend eines Japanaufenthalts hielt Ilja Altman an der Rikkyo und Wasseda Universitatet eine Vorlesung ueber die Erforschung und Beschaeftigung mit dem Holocaust in Russland und referierte ueber neue Dokumente des russischen Aussenministeriums zum Transit der juedsichen Fluechtlinge 1940-41.
Der stellvertenede Leiter des Archivs des japanischen Ausenministeriums, Maasaki Schiriaschi , Autor einer gerade erschienen Monographie ueber Tiune Sugichare, einen japanischen Diplomaten und Gerechten unter den Voelkern, und Spezialist fuer die Aussenpolitik Litauens und Japans vor dem 2. Weltkrieg, hielt ein Koreferat. Das erste russisch japanische Kolloquium zum Thema Holocaust wurde von Prof. Suzuki Takao und David Wolf, Fachleute fuer die Geschichte der Juden im Nahen Osten und die japanisch- russischen Beziehungen, organisiert.
Treffen der Praesidentin des Holocaust Fonds, Alla Gerber mit Fuehrungsmitgliedern des Verbandes der Kriegsinvaliden und Kaempfern gegen den Faschismus in Tel Aviv
19 Dezember 2011 19.Dezember 2011. Der Pressesprecher des Verbandes und Redakteur der russischen Abteilung von „Stimme der Kriegsinvaliden“ Mosche Spitzburg fuehrte den Gast durch die Ausstellung „17 000 - die ewig leben“ in der 17 000 Fotografien von Verbandsmitgliedern aus dem Krieg und der Nachkriegszeit gezeigt werden.
Alla Gerber informierte den Verbandspraesidenten Roman Jagel umfassend ueber die Aktivitaeten des Holocaust-Fonds und Zentrums und wies dabei auf die langjaehrige freundschaftlichen und Arbeitsbeziehungen hin und das gemeinsame Bestreben, das Gedenken an den Holocaust und juedischen Heldenmut im 2. Weltkrieg zu bewahre und gegen die Verfaelschung der Geschichte zu kaempfen.
Roman Jagel und sein Stellvertreter Sawelij Kleiner ueberreichten Alla Gerber eine israelische Gedenkmedaille zum 65. Jahrestag des Sieges ueber den Nationalsozialismus.
Einladung zur Enthuellung der Gedenktafel an die getoeteten Brjansker Partisanen und Verleihung einer Gedenkmedaille
16 Dezember 2011 16. Dezember 2011. Der geschaeftsfuehrende Direktor des Brjansker regionalen juedischen Wohlfahrtszentrums „Chessed Tikwa“ (Wohltaetigkeit) I. Tschernak lud den Co-Vorsitzenden des Holocaust Zentrums I. A. Altman und den Leiter des Archivs L.A. Tjoruschkin zur Enthuellung einer Gedenktafel an den 70 Jahrestag des Todes zweier Partisaninnen, Sima Kritschewskaja und Lena Janek fuer den 17. Januar nach Brjansk ein.
An diesem Tag werden auch die Gedenkmedaillen zu Ehren der getoeteten Partisanen und Untergrundkaempfer verliehen. Zu den so geehrten gehoeren auch I. Altman und L. Tjoruschkin.
Erklaerung des Russischen Juedischen Kongresses, des Zentrums und Fonds „Holocaust“ , des Moskauer Bueros fuer Menschenrechte zur Entfernung der Gedenktafel an die Opfer des Holocaust in Rostow am Don
13 Dezember 2011 Erklaerung des Russischen Juedischen Kongresses, des Zentrums und Fonds „Holocaust“ , des Moskauer Bueros fuer Menschenrechte zur Entfernung der Gedenktafel an die Opfer des Holocaust in Rostow am Don
13. Dezember. In diesem Jahr ist es 70 Jahre her, dass der Holocaust auf dem Gebiet der UdSSR seinen Anfang nahm. An den Staetten der Hinrichtung wurde der Opfer gedacht und Denkm?ler errichtet, Litauen erklaerte das Jahr 2011 zum Jahr des Holocaust und in Kiew fanden unter Beteiligung der Regierung Trauerfeiern statt, und auch in vielen Staedten Russlands wurde des Holocaust gedacht. In Ljubawitschi (Region Smolensk) wurde mit gemeinsamen Bemuehungen juedischer und christlicher Organisationen am 10 November eine Gedenkstaette eingeweiht. Umso erstaunlicher sind daher die Ereignisse an der Smijowskaja balka (Schlangenschlucht) bei Rostow am Don, dem sogenannten „russischen Babij Jar“ .
Im Oktober 2004 unterschrieb der Buergermeister einen Beschluss ueber die Errichtung einer Gedenktafel mit der Inschrift: “Am 11 und 12 August 1942 wurden hier 27 000 Juden von den Nationalsozialisten ermordet. Dies ist die groesste Holocaustgedenkstaette in Russland.“ Die Gedenktafel wurde mit Mitteln der juedischen Gemeinde aufgestellt. Aber am 29 November 2011 wurde - erstmals in der neueren Geschichte Russlands - der Text durch die sowjetischen Standardformulierungen von den “friedlichen sowjetischen Buergern“ ersetzt. Laut Beschluss der Stadterwaltung lautet die neue Aufschrift „ Hier in der Schlangenschlucht wurden im August 1942 von den Hitlerokkupanten mehr als 27 000 friedliche Rostower Buerger und sowjetische Kriegsgefangene ermordet. Unter den Getoeten waren Angehoerige vieler Nationalitaeten. Die Schlangenschlucht stellt auf dem Gebiet der UdSSR den Ort der groessten Massenerschiessungen sowjetischer Buerger durch die faschistischen Eroberer im Grossen Vaterlaendischen Krieg dar“
An diesem Schreckensort liessen Menschen verschiedener Nationalitaeten ihr Leben. Die ersten getoeten waren Kriegsgefangene der Roten Armee, die gezwungen wurden, die gigantischen Graeben auszuheben. Ein russischer Mann folgte seiner Frau an den Todesort : nun liegen die armenische Mutter mit ihren Kinder und ihrem Mann in demselben Grab. Hier wurden auch die Rostower Untergrundkaempfer und die Patienten der psychiatrischen Klinik umgebracht. Wir verneigen uns im Gedenken an alle Opfer der Faschisten und ihrer Helfer (ueber die der Text schweigt.) Aber dieser Hinrichtungsort der nazistischen Sonderkommandos wurde ausdruecklich mit dem Ziel der Vernichtung der Juden gewaehlt, und die Juden wurden nur aus dem Grund umgebracht, weil sie Juden waren.
Es ist von symbolischer Bedeutung, das gerade in der Mitteilung der Prawda vom Februar 1943 ueber die Rostower Tragoedie das Wort „Jude“ erstmalig durch „ friedliche Sowjetbuerger „ ersetzt wurde. Das zeigt, wie weit diese Tradition in die Vergangenheit der sowjetischen Presse reicht. Fuer das Recht, die Nationalitaet der Hauptopfer von Babij Jar und anderer Erschiessungsorte beim Namen zu nennen traten hervorragende Kulturschaffende und Dichter ein, wie der Dichter Jewgenij Jewtuschenko, Anatolij Kuznetzow, Viktor Nekrassow, der Komponist Dimitrij Schostakowistch u. a.. Russland gehoerte zu den Initiatoren des internationalen Holocaustgedenktages: die gesamte zivilisierte Welt erkennt die Tatsache des Holocaust an. Es geht nicht darum, die juedischen Opfer auszusondern, sondern die Gefaehrlichkeit der nationalsozialistischen Ideologie und ihrer Konsequenzen aufzuzeigen, denn jedes beliebige Volk kann zum Opfer eines Genozids werden.
Der Beschluss, der am Vorabend der Gedenkfeierlichkeiten anlaesslich der 70 Jahrestages der Tragoedie von Rostow gefasst wurde ist befremdlich. Im August 2012 werden sich bei der Einweihung des Denkmals in der Schlangenschlucht mehrere hundert Menschen aus der ganzen Welt versammeln, um das Gedenken an die Opfer des Holocaust und aller, die hier waehrend des Grossen Vaterlaendischen Krieges starben, zu bewahren.
Wir fordern, dass in allernaechster Zeit eine Inschrift wiederhergestellt wird, die der historischen Wahrheit gerecht wird.
Der Praesident der REK
J. I. Kanner
Russland gedenkt der Ermordung der lettischen Juden und der Helden der Schlacht um Moskau
11 Dezember 2011 11.Dezember 2011.Am 11. Dezember fand in der Synagoge auf dem Poklonaja Huegel eine Gedenkveranstaltung fuer die Opfer der Liquidierung des Rigaer Ghettos statt. Dies war die vierte und abschliessende dieser Art, die der Russisch-Juedische Kongress (REK) und das Holocaust Zentrum gemeinsam mit den Botschaften der ehemaligen Sowjetrepubliken, in denen diese Tragoedien stattfanden, in Erinnerung an den Beginn des Holocaust vor 70 Jahren in Litauen, der Ukraine, Belarus und Lettland veranstalteten.
Die einleitenden Worte sprach der Praesident des REK, Jurij Kanner, der die Notwendigkeit unterstrich, besonders in den betroffenen Staaten das Gedaechtnis bewahren und gleichzeitig zu versuchen, Erziehungsprojekte und -programme zu initiieren, die zu gegenseitigem Verstehen und Toleranz fuehrten.
Nach einer Schweigeminute sprach der Rabbi Sinowi Kogan das Kaddisch.
Der ausserordentliche und bevollmaechtigte Botschafter Lettlands, Edgars Skuja, richtete die Aufmerksamkeit auf die mutigen Taten von Jannis Lipke, den lettischen Gerechten unter den Voelkern und die Bildungs - und Gedenkprogramme in Lettland
Durch die Veranstaltung fuehrte Ilja Altman, der von der Rettung zweier Frauen berichtete, die wie durch ein Wunder die Erschiessungsaktion der lettischen Juden in Rumbulaer Wald bei Riga ueberlebten. Im Rahmen einer Massenaktion wurden dort Anfang Dezember 1941 fast alle Bewohner des Rigaer Ghettos, ca 30 000 Menschen umgebracht. Die Erinnerungen von Frida Michelson und Ella Medalje wurden im Rahmen der Veranstaltung vorgestellt.
Traditionell gern gesehene Gaeste waren der Direktor des Eben-Ezer-Fonds Boris Wasjukow und der Vorsizende des Museumsbeirates Prof Jurij Dombrowski, dessen Schicksal auf wun dersame Weise mit dem von Frida Michelson verbunden ist, er studierte zusammen m ihrem Sohn Jurij.
Der erste Teil des Abends schloss mit der Praesentation von Materialien ueber den Helden der Sowjetunion Isaj Illasarow, einen Bergjuden, der bei der Schlacht von Moskau seinen militaerischen Weg begann und in der lettischen Stadt Bauska 1944 sein Grab fand.
Das Thema der Toleranz im Kontext der Teilnahme verschiedener Voelker der Sowjetunion bei der Schlacht um Moskau, wurde an einem Runden Tisch fortgesetzt. Leonid Tjoruschin, der Leiter des Archivs berichtete von der lettischen Abteilung, die bei Moskau kaempfte.
Die Teilnehmer der Gedenkveranstaltung konnten als erste die neue Ausstellung, die das Archiv des Holocaustzentrums aus dem persoenlichen Archivs des Kriegsberichterstatters D.A. Minsker erstellt hat, ansehen. Neben dessen persoenlichen Dingen und Fotografien wurde auch die legendaere Leika mit der speziellen Vorrichtung fuer die Bedienung mit der linken Hand nach seiner Verwundung gezeigt. Seine Tochter Galina Davidowna Minsker erzaehlte ueber die militaerischen Heldenaten ihres Vaters
Danach berichtete der Mitarbeiter des Museums Alexander Engels von dem mutigen juedischen Soldaten Lazar Papernik, der sich als letzter ueberlebener Kaempfer seiner Einheit mit seiner letzten Handgranate in die Luft sprengte.
Noch zu sowjetischen Zeiten wurde eine Moskauer Strasse nach ihm benannt, und seit Dezember 2012 traegt eine Moskauer Schule seinen Namen. Die Veranstaltung endete mit einem Vortrag von A.S: Engels ueber die Entwicklung und Anwendung von Antipanzerminen bei der Schlacht um Moskau.
Dezember fand in Yad Vashem eine internationale wissenschaftliche Konferenz zum Thema „Methodologische Probleme der Erforschung der Geschichte der russischen Juden im Holocaust“ statt.
08 Dezember 2011 8. Dezember 2011
Vom 5.-8. Dezember fand in Yad Vashem eine internationale wissenschaftliche Konferenz zum Thema „Methodologische Probleme der Erforschung der Geschichte der russischen Juden im Holocaust“ statt. Dies war die erste Konferenz, die das kuerzlich im Rahmen des „Instituts zur Erforschung des Holocaust“ gegruendete Holocaust-Forschungszentrum“ mit grosszuegiger Foerderung durch die Stiftung „Genesis“, veranstaltete.
An dem Seminar nahmen junge Forscher auch aus den GUS-Staaten teil. Viel beachtet wurde der Beitraeg von Leonid Rein (Israel) ueber methodische Probleme bei der Forschung ueber Kollaboration auf dem Gebiet der UdSSR und von Aleksej Tschewardin (Ekaterinbug) ueber den Antisemitismus sowjetischer und polnischer Bueger im Ural waehrend des 2. WK. Grosses Interesse rief die Literatur-Sektion hervor, hier besonders der Beitrag der Doktorantin der Universitat „Paris 8“, Xenia Kowrigina mit ihrer sorgfaeltieg Analyse der sowjetischen Belletristik ueber den Holocaust. Das russische Holocaust-Zentrum war durch Dr. Kiril Feferman vertreten, der ueber die Auswertung von sowjetischen Augenzeugenberichten noch waehrend des Krieges referierte.
Das Konferenz, die grosses Interesse in der wissenschaftlichen Oeffentlichkeit erweckte, machte deutlich, wie wichtig es ist, die postsowjetische und inbesondere russische Holocaustforschung der internationalen wissenschaftlichen Oeffentlichkeit zugaenglich zu machen.
Buecher des Holocaust Zentrums auf der 13 internationalen Messe des Fachbuchs
02 Dezember 2011 2. Dezember 2011. Das Holocaust Zentrum stellte seine Publikationen auf der 13. Internationalen Messe des Fachbuchs, die vom 30 November bis 4. Dezember 20110 im Zentralen Haus der Kuenstler in Moskau stattfand, bei den Verlagen Text und Nowij Xronograf vor.
An der Praesentation des autobiographischen Berichtes von Primo Levi ueber seine in Auschwitz verbrachten elf Monate „Ist das ein Mensch“ am 15 Dezember, beteiligte sich u.a. die Praesidentin des Holocaust- Fonds Alla Gerber .
Russischer Foederationsrat beraet ueber nationalen Gedenktag fuer die Opfer des Holocaust
2.Dezember 2011...
02 Dezember 2011 2.Dezember 2011. Am 2. Dezember
traf die Sprecherin des russischen Foederationsrates, Walentina
Matwijenko, mit der Praesidentin des Holocaust-Fonds und Mitglied der
Gesellschaftskammer der Russlaendischen Foederation, Alla Gerber
zusammen, um die Frage der Schaffung eines nationalen Gedenktages fuer
die Holocaustopfer und von Gedenkveranstaltungen zum 70. Jahrestages des
„russischen Babij Jar“, der Ermordung der Rostower Juden 1942, zu
eroertern. Frau Matwijenko, die Russland auf der internationalen
Holocaust-Konferenz 2000 in Stockholm vertreten hat, unterstrich die
Notwendigkeit, die Erinnerung an die Opfer der Shoa durch Gedenk- und
Bildungsveranstaltungen wach zu halten.
Teilnahme eines Wissenschaftlers des Holcaust- Zentrums an wissenschaftlicher Konferenz in Yad Vashem