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Das Institut für Diaspora- und Genozidforschung der Ruhr-Universität Bochum lädt zur Nachwuchs-Tagung für interdisziplinäre Genozidforschung zum Thema „Ideologie und staatliche Gewaltverbrechen“ ein,

Das Institut für Diaspora- und Genozidforschung der Ruhr-Universität Bochum lädt zur Nachwuchs-Tagung für interdisziplinäre Genozidforschung zum Thema „Ideologie und staatliche Gewaltverbrechen“ ein, die vom 4.-6. Dezember 2013 an der Ruhr-Universität Bochum stattfinden wird.
Die Nachwuchs-Tagung richtet sich an DoktorandInnen und NachwuchsforscherInnen der historischen, soziologischen, kultur- und geisteswissenschaftlichen Disziplinen mit Forschungsschwerpunkten in der Genozid-, Gewalt-, Friedens- und Konfliktforschung.
Mit der Veranstaltung soll NachwuchswissenschaftlerInnen die Gelegenheit geboten werden, Dissertationen und aktuelle Forschungsprojekte vor einem interdisziplinären Forschungspublikum zu präsentieren und zur Diskussion zu stellen.
Die zentralen Ziele der Tagung bestehen im inter- und transdisziplinären Austausch und insbesondere in der Anregung einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Stand und Trends der aktuellen Entwicklung in der historischen, soziologischen, kultur- und geisteswissenschaftlichen Forschung zu kollektiver Gewalt.
Im Rahmen der Tagung sind NachwuchswissenschaftlerInnen herzlich eingeladen, sich mit kritischen theoretischen, empirischen oder konzeptionellen Beiträgen unter anderem zu den Themenschwerpunkten Strukturen, Prozesse und langfristige Folgen von staatlichen Gewaltverbrechen, insbesondere von Genoziden, sowie Neue theoretisch-methodische Ansätze in der Gewaltforschung zu beteiligen:
Der Fokus dieser Nachwuchs-Tagung soll auf der Frage nach dem Zusammenhang von Ideologie und staatlichen Gewaltverbrechen liegen. Innerhalb der letzten Jahre ist in der Gewaltsoziologie, wie in der historischen und kulturwissenschaftlichen Gewaltforschung eine starke Orientierung an einer zuvorderst handlungtheoretisch argumentierenden Erforschung von Gewaltphänomen auf der Mikroebene zu beobachten, für die zugleich die Ausklammerung des Ideologiebegriffs sowie grundsätzlich von Fragen nach den weltanschaulichen Rahmungen von Gewaltpolitiken kennzeichnend ist. Es stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, ob dieser Paradigmenwechsel in der Beschäftigung mit staatlichen Gewaltverbrechen neuen Lesarten den Weg öffnet, die nicht etwa Forschungsdefiziten, sondern vielmehr gesellschaftlichen Diskursen entsprechen. Steht doch diese Neuorientierung gleichzeitig in einer auffälligen Koinzidenz mit einer zunehmend beobachtbaren Ausblendung von Ideologie innerhalb des öffentlichen Erinnerns an die nationalsozialistischen Völkermorde, wie sie sich in vielen medialen Diskursen manifestiert.
Der Zusammenhang von Ideologie und staatlichen Gewaltverbrechen ist jedoch in der Erforschung und Analyse der Genozide des 20. Jahrhunderts ein noch immer wenig vertiefter Aspekt. Diese Nachwuchs-Tagung möchte gerade jene Akte kollektiver Gewalt und Genozide, die die Geschichte des vergangenen Jahrhunderts in unterschiedlichsten Regionen und ereignisgeschichtlichen Zusammenhängen geprägt haben, in den Blick nehmen und aus dieser Perspektive analysieren.
Besondere Berücksichtigung werden Beiträge finden, die sich mit einer oder mehreren der folgenden Fragen beschäftigen:
– Welche Rolle in der Legitimation staatlicher Gewaltverbrechen spielen ideologische Wissensformationen und deren diskursive Rahmungen?
– Wie werden Begriffe von Gewaltverbrechen und Ideologie im aktuellen wissenschaftlichen Diskurs geprägt?
– Welche neuen Erkenntnisse werden in Mikro- und Makrostudien anhand von Konzepten wie "Referenzrahmen", "Gewalträume", "Gewaltsegmente", "Eigendynamik der Gewalt", "Interaktion der Gewalt-Träger" und "historische Transformationen der Gewalt" hinzugewonnen, welche Aspekte werden zugleich zurückgestellt und wie wird dieses Vorgehen begründet?
Für eine Berücksichtigung im Tagungsprogramm bitten wir um die Einreichung eines Abstracts des geplanten Vortrags im Umfang von ca. 400 Wörtern und eines Curriculum Vitae bis zum 30. Juni 2013 per E-Mail an: annika.toerne@rub.de
Die Rückmeldung über die Annahme erfolgt bis zum 31. Juli 2013.
Reisekosten bis max. 200 Euro sowie Verpflegungs- und Übernachtungskosten werden für die Vortragenden übernommen. Nach der Tagung ist eine Veröffentlichung in einem Tagungsband geplant. Eine Teilnahme ohne eigenen Beitrag zur Tagung ist möglich und erwünscht, kann aber leider nicht gefördert werden. Wir bitten um eine Anmeldung bis zum 1. September 2013. Die Konferenz beginnt am 4. Dezember 2013 um 16:00 Uhr und endet am 6. Dezember 2013 um 16:00 Uhr.
 
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