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Russisches Forschungs-und Bildungszentrum "Holocaust"
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Die Fortbildungsveranstaltung für russische Lehrerinnen und Lehrer im Haus der Wannsee-Konferenz

10 Mai 2013

Anfang Mai wurde nun schon zum vierten Mal ein Seminar für Lehrer zum Thema Holocaust in Zusammenarbeit mit dem russischen «Holocaust-Zentrum» angeboten. Es begann diesmal beim International Tracing Serice (ITS) in Bad Arolsen, wo sich die Teilnehmer mit dem Archiv vertraut machen konnten; drei der Teilnehmer stießen dort auf Spuren von Verwandten, Am dritten Tag wechselte die Gruppe nach Berlin. Bisher fanden die Besuche im März statt, diesmal wurde der Termin auf den Mai verlegt, sodass die Gruppe den Jahrestag des Kriegsendes miterleben konnte und die Wiedereröffnung der neuen Ausstellung im Museum Karlshorst am 8. Mai. Am 9. Mai (an dem in Russland an das Ende des Kriegs gedacht wird) reihte sich die Gruppe in eine Gedenkveranstaltung im Treptower Park ein und beschloss den Tag mit der Besichtigung des Reichstagsgebäudes. Auf besonderes Interesse stieß der Workshop von Dr. Elke Gryglewski „Umgang mit dem Holocaust in der Bundesrepublik und der DDR sowie in Russland“, in dem die Teilnehmer auf einem «Zeitpfeil» Ereignisse, die sie mit der Memoralisierung des Holocaust in der Sowjetunion und Russland verbinden, sammelten, und die sie dann im Unterricht weiter verwenden können. Gleiches gilt für das Seminar und Referat von Christoph Kreutzmüller, «Zur Verwendung von Fotos als Quellen im Unterricht über den Holocaust». Positiv vermerkt wurde von allen alle Teilnehmern aus Russland , dass die Veranstaltungen nicht nur Vorträge und Workshops beinhalteten, sondern auch die Besichtigung von Museen wie Karlshorst, das Jüdische Museum , die Topographie des Terrors und das Denkmal für die ermordeten Juden Europas etc. Als eines der bewegendsten Mahnmale in Berlin empfanden die Gäste die winzigen Stolpersteine, die in das Trottoir der Stadt eingelassen sind; sie bedauerten, dass solche Projekte in ihren Ländern nicht bestehen; einen tiefen Eindruck hinterliessen auch die Gedenkstätten Bahnhof Grünewald und Sachsenhausen. Über praktische Lehrerfahrungen konnte sich die Gruppe im Schiller-Gymnasium in einer Diskussion mit Lehreren und Schülern unterrichten. Ein wichtiges Ergebnis der Seminarauswertung war für die Teilnehmer, sich gegenseitig kennenzulernen und sich zu vernetzen, sich über die Arbeit von Verlagen, Institutionen und Lehrveranstaltungen und die Möglichkeit, gemeinsame Projekte in ihren jeweiligen Ländern in Angriff zu nehmen, auszutauschen. Seminare und Praktika im Ausland für Pädagoge aus Russland sind für alle Beteiligten von großem Nutzen. Der damit verbundene Austausch von Denkansätzen und methodologischen Erfahrungen ermöglicht den Teilnehmern, eine neue Sicht auf die Gedenkkultur in Russland zu gewinnen und sich die Erfahrungen der deutschen Kollegen nutzbar zu machen.
Tatyna Manykina
 
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