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In der Zeit zwischen dem 27. und dem 30. Juni lud das „Shoa Memorial“ in Paris zum Seminar „Geschichte des Holocaust unterrichten“ ein. Zur vom Russian Research and Educational Center „Holocaust“ organisierten Veranstaltung kamen 13 Pädagogen aus den verschiedensten Regionen Russlands und der Republik Belarus.
Vor den russischen Pädagogen kamen die führenden französischen Historiker zum Wort, die detailreich das Problem des Unterrichts bei einem so schwierigen und noch dazu komplizierten Thema in Frankreich beschrieben. Von besonderen Interesse für die russischen Zuhörer war der Vortrag des führenden französischen Spezialisten über die historische Geschichte des XX. Jahrhunderts, Nikolas Berta. Er führte die Ergebnisse seiner Studie vor, die zeigt, dass sich Stalins Terror und dessen Repressionsmechanismen maßgeblich von jenen unterschieden haben, mithilfe derer die Nazis die Juden auslöschten.
Vom 23. bis zum 25. Juni fand in Banja Luka, der Hauptstadt der Republik Srpska, die eine Entität von Bosnien-Herzegowina darstellt, zum ersten Mal die internationale Konferenz “Yadovno, 1941” statt, bei der auch Dr. Kyrill Fefereman, Vertreter des Zentrums “Holocaust” teilnahm. Der Name der Konferenz bezieht sich auf die Lager die im Gebiet Yadovno, heutiges Kroatien, vom pro-nazistischen und ultranationalen Regime Ustasha in der Zeit zwischen April und Mai 1941 errichtet wurden. In jenen Lagern wurden vom neuen “Unabhängiger Staat Kroatien“ (USK) tausende Juden und Serben ermordet. Erst als Italien Ansprüche auf diesen Teil des USK erhob wurden die Lager geschlossen.
Für die Konferenz reisten viele angesehene Wissenschaftler aus Serbien, Russland, Israel, den USA und Italien an, vor den Dr. Fefereman einen Vortrag über „Gemeinsamkeiten und Differenzen in der nationalsozialistischen Politik über „Teile und Herrsche“ in der UdSSR und Jugoslawien im Jahr 1941“ mit besonderer Betonung auf die Ähnlichkeiten bei dem Umgang der Deutschen mit der „Judenfrage“. Anschließend an den Vortrag die wurde noch eine Gedenkzeremonie an der Stelle des Lagers in Yadovno gehalten, bei welcher Serbiens Präsident ein Denkmal für die Opfer enthüllte.
Für Russland und die Konferenz an sich, und im weiteren Sinne auch für die übrigen Gedenkveranstaltungen in „Yadovno“, ist es von besonderen Interesse, dass die Konferenz nicht von einer NGO beziehungsweise von einem professionellem Historiker oder Sozialaktivist organisiert wurde, sondern von einer Bürgeriniatative, allem voran der äußerst aktiven Zahnarzt Duschan Bastaschitsch. Seine Organisation wurde speziell für die Gedenkveranstaltungen gegründet, und sie haben auch den serbischen Präsidenten eingeladen (im Jahr davor war Croatiens Präsident anwesend).
In Belgrad referierte Dr. Kyrill Fefereman am 29. Juni am Institut für Moderne Zeitgeschichte über die Arbeit des Zentrums „Holocaust“. Unter anderem besuchte er auch das Holocaust Museum, das eine engere Zusammenarbeit der beiden Institute befürwortete. Zu guter Letzt präsentierte Dr. Fefereman vor der jüdischen Gemeinde von Belgrad die Aktivitäten des Zentrums Holocaust in Russland und der ehemaligen UdSSR.
Die Zeremonie eröffnete Ilya Altman, Leiter des Museums und Co-Vorsitzender des Zentrums „Holocaust“, woraufhin die Teilnehmer der Opfer durch eine Gedenkminute gedachten. Vorsitzender des Kongresses jüdischer religiöser Vereinigungen, Rabbi Zinovy Kogan, hielt eine Trauerrede, und Kantor der Moskauer Choral-Synagoge sang ein Gedenkgebet. Im Verlauf der der Zeremonie wurde Aleksej Karpow, Direktor des Russisch-Jüdischen Kongresses, auf die Tatsache aufmerksam, dass sich im Saal Menschen unterschiedlichster Herkunft, Alters und Religionen befinden, die jedoch alle zusammen ein Wunsch eint: Das Gedächtnis an die größte Tragödie des zwanzigsten Jahrhunderts, in welcher die Nazis und ihr Verbündeten nahezu alle Juden in Europa und der UdSSR auslöschten, zu bewahren.
Vom 16. bis zum 19. Juli besuchte die Präsidentin des Fonds „Holocaust“ und Mitglied der Gesellschaftliche Kammer Russlands Alla Gerber zusammen mit Sergej Rjachowskij und Aleksander Brod Lettland und Estland. Ziel der Reise war es in Zusammenarbeit mit dem Zentrum „Holocaust“ und der Unterstützung des Präsidenten der Russischen Förderation das Bewusstsein der Staaten und der Zivilgesellschaften zum Thema Holocaust Antisemitismus und Xenophobie in Russland, den GUS-Staaten und dem Baltikum zu stärken.
Ilya Altman nahm in der Zeit zwischen 17. und 19. Juli an der bereits zum vierten Mal stattfindenden Konferenz „Limud“ in der Ukraine teil. Zur Veranstaltung, die dem 70. Jahrestag des Beginns des Großen Vaterländischen Kriegs gewidmet war, kamen nicht nur einige hundert Teilnehmer aus der Ukraine und Russland, sondern auch aus Moldawien und Israel. Während der Trauerfeier, gehalten vom Künstler Е. Vitorgan, wurde dem Massaker an den Juden von Winnyzja gedacht, wobei unter anderem auch die Vertreter der Stadt, sowie Abgesandte des Knesset und der israelischen Regierung auftraten. Anschließend an die Gedenkfeier hielt Ilya Altman einen Vortrag, der mitunter auch Diskussionen zu den Themen „Gedenken des Holocaust: Was kannst du persönlich machen?“ sowie „Holocaust und der Krieg: Eine Chronik der Sinne“ beinhaltete. Als Gastredner kamen auch Boris Maftsir (aus Yad Vashem), Aaron Weiss (vom Joint) sowie Juri Tabak (aus Moskau) zu Wort.