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Russisches Forschungs-und Bildungszentrum "Holocaust"
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Israel – Russland. Eine Zeremonie stattfinden wird, die der Aufstellung der Gedenktafel für den Held der Sowjetunion, Leonid Buber gewidmet ist.

Israel – Russland. Über elektronische Medien wurde die jüdische Gemeinschaft bereits darüber informiert das zeitgleich im Israelischen Zentrum für Kultur der Israelischen Botschaft in Moskau und in Jerusalem im Nationalen Gedenkkomplex „Givat ha-Tachmoshet“ eine Zeremonie stattfinden wird, die der Aufstellung der Gedenktafel für den Held der Sowjetunion, Leonid Buber gewidmet ist.

In Moskau trat Leonid Terushkin, Leiter des Archivs im Russischen Forschungs- und Bildungszentrum „Holocaust“, auf und erzählte über das Leben Leonid Bubers, welcher nahezu 90 Jahre alt wurde. Als junger Leutnant kämpfte er bereits im finno-sowjetischen Krieg und erhielt aufgrund seiner Leistungen die Auszeichnung „ Held der Sowjetunion“. Laut L. Terushkina war dies eine Leistung, denn in jenem Krieg wurden nur äußerst wenige Soldaten ausgezeichnet. Später nahm Buber auch im Großen Vaterländischen Krieg teil, wo er einem „jüdischen“ Kontingent angehörte. Während der Schlacht bei Orel-Kursk wurde er schwer verletzt und erhielt anschließend den „Roten Stern“ als Auszeichnung für seine Taten.

Im April 1944 schaffte es Buber dann durch seine Mitarbeit beim Jüdischen Antifaschisten Komitee Stalins Säuberungen zu entkommen. Nach seiner Pensionierung arbeitete Leonid Buber als Militärausbilder in Moskau und starb 2005 im Alter von 89 Jahren.

Ende 2005, Anfang 2006 der Fond und das Zentrum „Holocaust“ veröffentlichten einzigartige Fotos aus der Zeit zwischen 1930 bis 1990, welche bisher in litauischen Archiven lagen, die Mitglieder des Jüdischen Antifaschistischen Komitees in der UdSSR zeigen. Die Fotos wurden der Tochter Bubers, Ljubov Leonidovna zugesandt.

Während der feierlichen Eröffnungszeremonie der Gedenktafel für Leonid Buber in Jerusalem, trat der Direktor des „Givat ha- Tachmoshet“ auf. Shimon „Katscha“ Kaganer war früher Offizier in drei Kriegen. „ Ich habe in vielen Kriegen gekämpft, unter anderem auch im Befreiungskrieg um Jerusalem und wurde dabei auch mehrere Male angeschossen. Ich hab versucht hochzuhalten, was mir über den jüdischen Heroismus während dem Zweiten Weltkrieg erzählt wurde. Die Geschichte über Leonid Buber, ist davon nur ein kleiner Teil.“, erzählte Kaganer vor den versammelten Menschen. Anwesend waren unter anderem auch der Leiter der Jugendorganisation des NDI Kirill Rabin, der Pressesprecher der Union der Veteranen des Zweiten Weltkriegs und Kämpfer gegen Nazismus David Tribelskij und viele weitere.

David Tribelskij betonte in einer Rede auch, wie wichtig es ist die Erinnerung an Leonid Buber aufrechtzuerhalten, denn bis vor kurzem wussten die meisten Veteranen kaum etwas über die Taten der Sowjethelden. Aus diesem Grund wurde beschlossen Leonid Buber posthum zum Ehrenmitglied der Union der Veteranen zu ernennen. Dafür erhält dessen Familie und Verwandten ein vom Vorsitzenden der Union unterzeichnetes Zertifikat. Die Rede von Tribelskij zeigt auch sehr deutlich wie sich die Sicht der Israeli gegenüber den sowjetischen Juden geändert hat. Früher wurden sie oft nur als Holocaustopfer betrachtet, doch die heutige Generation besteht aus den Kindern jener Soldaten, die in Berlin einmarschierten. Seiner Meinung nach, war die Einführung der Veteranen des Zweiten Weltkriegs in Israel ein sehr wichtiger Schritt für das Bewusstsein der israelischen Öffentlichkeit. Die Entscheidung die Gedenktafel an einem Ort des nationalen Erinnerns aufzustellen, ist für ihn eine besondere Ehre, denn sie würdigt einen Helden, der dafür kämpfte dass es Israel einmal geben wird.

Dankbar für die Erinnerung an den jüdischen Soldaten, erinnert sich die Großenkelin des Helden, Julia Schreiber, dass ihr Bruder erzählte, dass das gesamte Kontingent, Offiziere und Soldaten einen besonderen „jüdischen Charakter“ besaß, denn alle unterhielten sich in einer Sprache… auf Jiddisch! Jedoch hat auch die Familie Buber etwas aus ihrer Heimat in Israel bewahrt, nämlich die russische Sprache. In diesem Sinne ist die Erinnerung in jenen Generationen über die Geschichte ihrer Familie immer noch am Leben.

Der Veranstalter der Gedenkfeier und Leiter der Bewegung „Shacher“ Ilya Lipetsker, sowie der stellvertretende Direktor des „Givat ha-Tapchmoshet“ Rafi Geltzer hoffen, dass es vielleicht einmal einen „Wall of Fame“ der sowjetischen Juden in Jerusalem geben wird.

 
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