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10. November 2011 Holocaust-Denkmal in Ljubabitsch eingeweiht

Ein Denkmal, das an die Ermordung von 483 Juden aus dem Ort durch die deutschen Besatzer und ihre Helfer im November 1941 erinnern soll, wurde in der westrussischen Stadt Ljubawitsch ( Bez. Smolensk) eingeweiht. Dort finden sich die Namen von 74 Opfern, die vom Dokumentationszentrum Yad Vashem identifiziert werden konnten.    Das Denkmal wurde auf Initiative des Moskauer Holocaust Zentrums und des Russisch-Juedischen Kongresses im Rahmen des Projektes „ Die Wuerde zurueck geben“ errichtet, als erstes dieser Art in Zusammenarbeit mit den russischen evangelischen Kirchengemeiden entstanden wurde es in der Woche der Bruederlichkeit eingeweiht. Tausende evangelische Christen haben zu dem Werk des Bildhauers Alexej Samlely und des Archtitekten Wladislaw Kondratjew beigetragen und in einer Granitplatte den Satz „Wir bitten um Vergebung“ eingelassen.

Bei der Einweihung sprachen der Ljubawitscher Rabbi Jitzchak(Isaak?) Kogan und der Leiter der Moskauer Bronnaja Synagoge und Rabbi fuer das Smolensker Gebiet, Levi Mondschein das Kaddisch. An der Zeremonie nahmen neben dem Vertreter des Moskauer Holocaust-Zentrums Ilja Altman, dem Praesidenten des Russisch-Juedischen Kongresses Jurij Kanner, dem stellvertretenden Gouverneur des Smolensker Gebietes Sergej Gorjunow und Vertretern des Diplomatischen Corps und verschiedener Organsationen auch die Augenzeugin Anastasia Poljakowa teil.

Ljubawitsch, in dem ueber 300 Jahre Juden lebten, war eines der wichtigsten Zentren des Chassidismus. Es war von 1813 bis 1915 das Zentrum der Chabad Lubawitscher Bewegung, die von hier aus Rabbis in Gemeinden in i Europa und den US schickten. Dies war ein Grund fuer ein besonders grausames Vorgehen gegenueber der juedischen Bevoelkerung, die erschossen, erschlagen oder lebendig begraben wurde.

Ueber Jahre war am Ort der Exekutionen, einem Hohlweg auf dem Gelaende eines Schlachthofes lediglich ein Rechteck mit einem fuenfzackigen Stern angebracht-ohne Inschrift. Erst 2002 stellten russische und deutsche Studenten dort eine Gedenktafel auf.

 
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