Adresse: 115035, Russland, Moskau, Sadovnicheskaya St. 52/45
Russisches Forschungs-und Bildungszentrum "Holocaust"
(map).
Fernruf/Fax: (499) 995-21-82, (495) 953-33-62
E-mail: center@holofond.ru
English Русский

Новости

Russische Protestanten bewahren das Gedenken an den Holocaust

01 Januar 2014

01. Januar 2014

Am 30. Dezember fand in einer kleinen Synagoge im Zentrum Moskaus die ordentliche Sitzung der Projektgruppe „Gedenken an den Holocaust“ statt. 15 Vertreter führender protestantischer Kirchen in Russland, die aus Moskau, St. Petersburg und Jaroslaw angereist waren, teilten ihre Erfahrungen in der Durchführung von Bildungs- und Erinnerungsprojekten.

Der Nationaldirektor der Stiftung „Ewin Eser” Boris Wasjukow erfuhr im Mai 2010, dass in Russland bis zu diesem Zeitpunkt noch mehr als 400 Orte des Holocaust verzeichnet, an denen keine Mahnmale erbaut oder Hinweise zu den Nationalitäten der Opfer veröffentlicht worden. „Wir haben uns dazu entschieden, in unseren Kirchen über den Holocaust zu erzählen, auf unserer Internetseite Fotografien der Orte zu veröffentlichen und Spenden zu sammeln. Die Idee ein Mahnmal und einen Allee der Gerechten Russlands in Ljubawutschi zu errichten, rief große Resonanz hervor. Wir haben nicht nur 70.000 Dollar gesammelt, sondern auch Künstler und Architekten, die unsere Ideen realisierten.Wir waren an der Erbauuung und Rekonstruktion einiger Mahnmale beteiligt. Das letzte wurde im November 2013 in Monastyrschtschino im Smolensker Oblast eröffnet. Die enge Zusammenarbeit mit dem Russisch-jüdischen Kongress und dem Russischen Bildungs- und Forschungszentrums „Holocaust“ ermöglichte uns nicht nur die Errichtung von Denkmälern, sondern auch Bildungsprojekte zum Thema Holocaust ins Leben zu rufen. Bisher haben einige Pastoren Seminare in Yad Vashem absolviert. Sie erzählen jetzt selbst in den Kirchen über den Holocaust und die Gefahren des Holocaust für Russland. Unser Plan für das Jahr 2014 ist, in mindestens 15 Städten Russlands am Gedenken der Opfer des Holocaust mitzuwirken,“ erklärte Boris Wasjukow.


Eröffnung eines neuen Denkmals für die Opfer des Holocaust in Russland

08 Dezember 2013

08. Dezember 2013

Im Dorf Ilino im Twersker Oblast, 350 km vom Oblastzentrum entfernt, fand am 08. Dezember die Eröffnung des rekonstruierten Denkmals für die Insassen des Ghettos und deren Befreier statt. Dieses Denkmal wurde im Rahmen des Projektes „Würde zurückgeben“ durch den Russisch-jüdischen Kongress und das Russische Forschungs- und Bildungszentrum „Holocaust“ errichte und durch jüdische Organisationen des Oblastes mit Hilfe der Oblastverwaltung rekonstruiert.

In der Nacht vom 24. zum 25. Januar 1942 befreiten Kämpfer der 252. Schützendivision der Roten Armee am Dorfrand Ilinos ungefähr 200 Insassen des im Herbst 1941 gegründeten Ghettos. In den Tagen zuvor kam es zur Erschießung von ungefähr 80 Juden in den umliegenden Dörfern durch deutsche Soldaten. Diese veranlasste auch, dass die Insassen des Ghettos nächtelang im Frost ausharren mussten, immer in der Angst jederzeit erschossen werden zu können.

Ilino war neben Kaluga das erste Ghetto Europas, das befreit werden konnte. 2000 wurde dort zunächst ein Denkmals zu Ehren der Befreier des Ghettos durch die jüdische Gemeinschaft Twers eröffnet. Die Eröffnungszeremonie des erneuerten Denkmals wurde durch den Leiter der jüdischen Gemeinschaft Twers, dem Verdienten Arzt Russlands, Igor Elgardt durchgeführt. An der Eröffnung nahmen die Verwaltungsleiterin des Dorfes Elena Cholopowa, der Co-Vorsitzende des Russischen Forschungs- und Bildungszentrum „Holocaust“ und Berater des Präsidenten des Russisch-jüdischen Kongresses Ilja Altman, der Hauptrabbiner Twers Ewgeni Rosenweig und andere Personen teil.

Besonders bewegend waren die Erinnerungen ältere Frauen und Mütter an die Hilfe für Insassen des Ghettos durch die Bevölkerung Ilinos.


Eröffnung des Holocaustmahnmals in der Stadt Monastyrschtschina (Smolensker Oblast)

24 November 2013

24. November 2013

Am 24. November wurde in Monastyrschtschina ein rekonstruiertes Mahnmal zu Ehren der Opfer des Holocaustes eröffnet, das im Rahmen des Projekts „Würde zurückgeben“ wiedererrichtet wurde. Die Eröffung wurde vom Russisch-jüdischen Kongress gemeinsam mit dem Russischen Forschungs- und Bildungszentrum Holocaust initiiert.

In der Herbst-Winter-Offensive 1941-1942 wurden in Monastyrschtschina durch die Nationalsozialisten und ihrer Hilfspolizei mindestens 1200 Juden erschossen, darunter auch Kinder. Nur wenige Menschenleben konnten durch Widerstandskämpfer und Bewohner versteckt werden und überlebten die Tötungsaktion.

Das erste Denkmal wurde auf Initiative Efim Sosin 1967 erbaut und durch gesammelte Spenden Angehöriger und Verwandter der Opfer finanziert. Der künstlerische Entwurf des Beton-Granit-Oberliskens stammte von Eruwim Malkin. Auf der Erinnerungstafel wurde mindestens 250 Namen der Opfer genannt.

Die Aufschrift der neuen Erinnerungstafel 2013 lautet: „In Erinnerung an die erschossenen Juden von Monastyrschtschina und Dudin. Errichtet im Rahmen des Projektes „Würde zurückgeben“ des Russisch-jüdischen Kongresses und des Russischen Forschungs- und Bildungszentrums Holocaust unter praktischer Hilfe der evangelischen Christen Russlands. Wir erinnern uns. Verzeiht uns!“

Bedeutende finanzielle und organisatorische Unterstützung für die Rekonstruktion und Aufstellung des Denkmals leisteten Vertreter anderer Konfessionen, vor allem die Stiftung „Ewin Eser“ – evangelische Christen Russlands. Unterstützung leisteten zu dem die Kuratoriumsmitglieder des Russisch-jüdischen Kongresses: Saimon Wain, Jakob Kaller und Peter Schtschelischtsch.

Es ist schon das dritte Denkmal im Smolensker Gebiet, das im Rahmen des Projektes „Würde zurückgeben“ aufgestellt wurde. Zwei andere, darunter die Allee der Gerechten unter den Völkern für die Bewohnerinnen und Bewohner Smolensk wurden 2011 und 2012 in Lubawitschi eröffnet und erhielten große internationale Resonanz.

An der Zeremonie nahmen der Präsident des Russisch-jüdischen Kongresses Juri Kanner, Gennadi Tarasow, der das Massaker überlebte, der Co-Vorsitzende des Russischen Forschungs- und Bildungszentrums „Holocaust“ Dr. Ilja Altman, der Regierungschef der Region Monastyrschtschina Alexander Golub, der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Smolensk Dimitri Lewant, der Nationaldirektor der Stiftung „Ewin Eser“ in Russland Boris Wasjukow, der Pressebeauftragte der Botschaft Israel in Russland Aleks Kagalski und der zweite Vertreter des deutschen Botschafters in Russland Rolf Moormann teil.

Der Vertreter des Hauptrabbiners der Moskauer Choral-Synagoge Schimon Lewin sprach das Totengebet.


17. November/Internationales Forum in Kaliningrad zum 75. Jahrestag der „Kristallnacht“

17 November 2013

Vom 14. bis 17. November 2013 fand in Kaliningrad ein internationales Forum, anlässlich des 75. Jahrestags der „Kristallnacht“-Progrome, statt. Die Ereignisse im November 1938 stellten die erste Welle anti-jüdischer Progrome dar, welche von den Nazis organisiert wurden. Angriffsziele waren Synagogen und jüdische Viertel im ganzen Deutschen Reich, einschließlich Ostpreußen.
Das Forum beinhaltete eine internationale Konferenz und durch die Initiative des Russisch-jüdischen Kongresses und des Russischen Holocaust-Zentrums fanden Fortbildungen für Lehrer an jüdischen Schulen der CIS- und den baltischen Staaten statt. Insgesamt brachte das Forum mehr als 50 WissenschaftlerInnen, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und Lehrer aus Belarus, Estland, Finnland, Deutschland, Israel, Japan, Litauen, Moldawien, Polen, Russland, den USA und der Ukraine zusammen.
Die internationale Konferenz “Holocaust Lessons and Contemporary Russia” („Die Lehren des Holocaust und das heutige Russland“) fand vom 14. bis 16. November in der Baltischen Förderalen Immanuel-Kant-Univertät in Kaliningrad statt. Die Stadt wurde als Veranstaltungsort ausgewählt, da Königsberg, wie die Stadt vor 1946 hieß, der einzige Ort im heutigen Russland ist, an dem die „Kristallnacht“ stattgefunden hat.
Ein Hauptredner war einer der bekanntesten zeitgenössischen Holocaust-Forscher, Professor Michael Berenbaum, von der American Jewish University in Los Angeles. Er sprach über die Motive und Konsequenzen der „Kristallnacht“ und ordnete die Ereignisse in den Kontext der jüdischen Geschichte ein. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Analyse der amerikanischen Reaktionen auf die „Kristallnacht“. Dr. Shimon Samuels, ein weiterer Hauptredner und seines Zeichens Direktor der Internationalen Programme im Simon-Wiesenthal-Zentrum in Paris,  befasste sich mit den aktuellen Problemen des Holocaustgedenkens, Antisemitismus’ und der zunehmenden anti-israelischen Einstellung in Europa.
Eines der Gremien der Konferenz behandelte das Thema der „Kristallnacht“. Bemerkenswert war hierbei die Präsentation von Professor Alan Steinweis von der Universität Vermont, ein bedeutender Experte des Themas und Autor des Buches „Kristallnacht, 1938“. Er sprach über den historischen Hintergrund, vor dem die Progrome aufkamen und wie sie die deutsche Gesellschaft ergriffen. Besonders erhellend waren Professor Steinweis’ Betrachtungen der Frage, ob die „Kristallnacht“ als eine vorsätzliche Aktion verstanden werden kann oder als Entfaltung der „Endlösung“. Professor Johann Chapoutot von der Universität Grenoble gab Aufschluss über die bisher vernachlässigten internationalen Aspekte der Progrome. Dr. Jürgen Zarusky vom Institut für Zeitgeschichte München beschäftigte sich in seinem Beitrag mit den historischen Hintergründen der „Kristallnacht“ und Verhaftungen von Juden und ihren anschließenden Schicksalen in den Konzentrationslagern der Nazis.
Ein anderes Gremium schaute auf die Aktivitäten von Chinue Sugihara, einem berühmten japanischen Gerechter unter den Völkern, welcher während der „Kristallnacht“ japanischer Konsul in Königsberg war. Besonders wichtige Einblicke gab Professor Ilya Altman, Leiter des Russischen Holocaust-Zentrums und Professor Chizuko Takao von der Rikkyo Universität in Japan, welcher über den Transit von jüdischen Flüchtlingen durch die UdSSR, mithilfe von durch Sugihara ausgestellten Visa sprach. Kiril Feferman vom Russischen Holocaust-Zentrum untersuchte, wie die Flucht mithilfe dieser Visa in den Rabbinerkreisen Litauens gesehen wurde. 
Am Morgen des 17. November ehrten die Konferenzteilnehmer die Opfer des Holocaust in der Gedenkstätte des Dorfes Yantarnoe, wo die SS am 30. Januar 1945 etwa 7000 Juden ermordete. Dies war die letzte große Massaker an Juden im Zweiten Weltkrieg.





Internationale Konferenz „Autonomous Histories and Studies of the Holocaust“ in Tel Aviv

05 November 2013

5. November
Vom 3. bis 5. November fand die internationale Konferenz „Autonomous Histories and Studies of the Holocaust“ statt, welche von der Universität Tel Aviv und der Bar-Ilan Universität gemeinsam organisiert wurde. Weltbekannte Wissenschaftler nahmen and der Konferenz teil, unter ihnen Dan Diner (Hebräische Universität Jerusalem), Professor Steven Katz (Boston University), Professor David Engel (New York University) und Professor Zvi Gitelman (University of Michigan). Das Russische Holocaust-Zentrum war vertreten durch Dr. Kiril Feferman, welcher über die Besonderheiten jüdischer und deutscher Quellen in Bezug auf den Holocaust in den besetzten Gebieten der Sowjetunion sprach.


Vortrag über Russlands Umgang mit dem Holocaust an der Universität Hamburg

30 Oktober 2013

30. Oktober
An der Universität Hamburg begann im Oktober eine öffentliche Vorlesungsreihe zum Thema „Historische und literarische Narrative des Holocaust in Osteuropa“. Internationale Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen geben im Rahmen der Veranstaltungsreihe einen Einblick in osteuropäische Erfahrungen und Perspektiven auf den Holocaust. Die noch bis Januar stattfindenden Veranstaltungen stehen unter der Leitung von Prof. Dr. Frank Golczewski, seines Zeichens Professor für Osteuropäische Geschichte.
Der erste referierende Wissenschaftler aus dem Ausland war Il’ja Al’tman. Sein Vortrag „Historische Narrative des Holocaust in Russland“ umfasste ein breites Spektrum an Themen, einschließlich die Geschichte der Gründung und Tätigkeiten des Holocaust-Zentrums, das Maß der Reflexion des Themas im Lehrplan und die Einbeziehung des Holocaust in die Forschung über den Zweiten Weltkrieg. Am Ende beantwortete Herr Al’tman die Fragen der Zuhörer, überwiegend Studenten der Universität.
Mit Prof. Dr. Anja Tippner, Professorin am Institut für Slavistik, fanden außerdem Gespräche über eine zukünftige Zusammenarbeit statt.



Die Großtat der Teilnehmer des Aufstands im KZ Sobibor sollte in Russland gewürdigt werden.

14 Oktober 2013

Am 14. Oktober veranstalteten der Russisch-Jüdische Kongress (RJC) und das Russische Holocaustzentrum einen Gedenkabend anlässlich des Aufstands im KZ Sobibor vor 70 Jahren. An der Veranstaltung nahmen u. A. Kriegsveteranen, Schüler und Stellvertreter aus der Diplomatie, des russischen Außenministeriums, des russischen Verteidigungsministeriums und der Moskauer Stadtregierung teil.
Durch den Abend führte Ilya Altman. Unter den Rednern befanden sich der Präsident des RJC Yuri Kanner, Nikolai Svadnize als Mitglied der öffentlichen Kammer, der deutsche Botschafter in Russland Ulrich Brandenburg, der bulgarische Botschafter Boiko Kotsev, die tätige israelische Botschafterin Olga Slov und andere Würdenträger. Der Sprecher der Knesset Yuli Edelshtein übermittelte seine Grüße an die Besucher der Veranstaltung. Die Redner betonten, dass der Prozess, den Helden des Aufstands in Sobibor staatliche Anerkennung zu kommen zu lassen in der Endphase sei und es zu konkreten Resultaten kommen werde.
Unter den zu ehrenden Teilnehmern befanden sich Verwandte von Alexander Pecherski und Aleksei Vaitsen, letzterer ist der einzige Teilnehmer des Aufstandes der heute noch in Russland lebt.
Im Laufe der Veranstaltung wurden Teile des Films „Arithmetic of Freedom“ von Alexander Marutyan gezeigt, welcher dokumentarische Aufnahmen von der Befreiung des KZ Sobibor beinhaltet.


 


“Holocaust Education in the 21st Century”.

09 Oktober 2013

Vom 7. bis 9. Oktober 2013 war die Universität Augsburg Gastgeber der internationalen Konferenz “Holocaust Education in the 21st Century”. Experten, stellvertretend für Bildungs- und Forschungszentren und Museen aus Deutschland, Israel, den Niederlanden, Polen, Russland, Schweden und den USA teilten ihre Erfahrungen über die Arbeit mit unterschiedlichen Zielgruppen und der damit verbundenen Vielfalt an Methodiken. Das Russische Holocaustzentrum wurde repräsentiert durch Dr. Kiril Feferman, welcher über die langährige Erfahrung des Zentrums und dessen Erfolge in der Lehre des Holocausts in Russland sprach.

Veranstaltung zum Wettbewerb russischer Essays ueber den Holocaust in Paris

08 Juli 2013

8. Juli Zu den Feierlichkeiten sprach der stellvertretende Generaldirektor der UNESCO von der Jugend als “[…] Symbol fuer Energie und Hoffnung. Eine Ermutigung die Bildung ueber den Holocaust und Genozid auf der ganzen Welt zu foerdern.” Der Wettbewerb russischer Essays ueber den Holocaust wird durch das Simon Wiesenthal Zentrum und “Verbe et Lumiere” organisiert.

http://www.unesco.org/new/en/media-services/single-view/news/unesco_celebrates_the_9th_russian_holocaust_essay_competition_ceremony/




Das Institut für Diaspora- und Genozidforschung der Ruhr-Universität Bochum lädt zur Nachwuchs-Tagung für interdisziplinäre Genozidforschung zum Thema „Ideologie und staatliche Gewaltverbrechen“ ein,

08 Juni 2013

Das Institut für Diaspora- und Genozidforschung der Ruhr-Universität Bochum lädt zur Nachwuchs-Tagung für interdisziplinäre Genozidforschung zum Thema „Ideologie und staatliche Gewaltverbrechen“ ein, die vom 4.-6. Dezember 2013 an der Ruhr-Universität Bochum stattfinden wird.
Die Nachwuchs-Tagung richtet sich an DoktorandInnen und NachwuchsforscherInnen der historischen, soziologischen, kultur- und geisteswissenschaftlichen Disziplinen mit Forschungsschwerpunkten in der Genozid-, Gewalt-, Friedens- und Konfliktforschung.
Mit der Veranstaltung soll NachwuchswissenschaftlerInnen die Gelegenheit geboten werden, Dissertationen und aktuelle Forschungsprojekte vor einem interdisziplinären Forschungspublikum zu präsentieren und zur Diskussion zu stellen.
Die zentralen Ziele der Tagung bestehen im inter- und transdisziplinären Austausch und insbesondere in der Anregung einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Stand und Trends der aktuellen Entwicklung in der historischen, soziologischen, kultur- und geisteswissenschaftlichen Forschung zu kollektiver Gewalt.
Im Rahmen der Tagung sind NachwuchswissenschaftlerInnen herzlich eingeladen, sich mit kritischen theoretischen, empirischen oder konzeptionellen Beiträgen unter anderem zu den Themenschwerpunkten Strukturen, Prozesse und langfristige Folgen von staatlichen Gewaltverbrechen, insbesondere von Genoziden, sowie Neue theoretisch-methodische Ansätze in der Gewaltforschung zu beteiligen:
Der Fokus dieser Nachwuchs-Tagung soll auf der Frage nach dem Zusammenhang von Ideologie und staatlichen Gewaltverbrechen liegen. Innerhalb der letzten Jahre ist in der Gewaltsoziologie, wie in der historischen und kulturwissenschaftlichen Gewaltforschung eine starke Orientierung an einer zuvorderst handlungtheoretisch argumentierenden Erforschung von Gewaltphänomen auf der Mikroebene zu beobachten, für die zugleich die Ausklammerung des Ideologiebegriffs sowie grundsätzlich von Fragen nach den weltanschaulichen Rahmungen von Gewaltpolitiken kennzeichnend ist. Es stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, ob dieser Paradigmenwechsel in der Beschäftigung mit staatlichen Gewaltverbrechen neuen Lesarten den Weg öffnet, die nicht etwa Forschungsdefiziten, sondern vielmehr gesellschaftlichen Diskursen entsprechen. Steht doch diese Neuorientierung gleichzeitig in einer auffälligen Koinzidenz mit einer zunehmend beobachtbaren Ausblendung von Ideologie innerhalb des öffentlichen Erinnerns an die nationalsozialistischen Völkermorde, wie sie sich in vielen medialen Diskursen manifestiert.
Der Zusammenhang von Ideologie und staatlichen Gewaltverbrechen ist jedoch in der Erforschung und Analyse der Genozide des 20. Jahrhunderts ein noch immer wenig vertiefter Aspekt. Diese Nachwuchs-Tagung möchte gerade jene Akte kollektiver Gewalt und Genozide, die die Geschichte des vergangenen Jahrhunderts in unterschiedlichsten Regionen und ereignisgeschichtlichen Zusammenhängen geprägt haben, in den Blick nehmen und aus dieser Perspektive analysieren.
Besondere Berücksichtigung werden Beiträge finden, die sich mit einer oder mehreren der folgenden Fragen beschäftigen:
– Welche Rolle in der Legitimation staatlicher Gewaltverbrechen spielen ideologische Wissensformationen und deren diskursive Rahmungen?
– Wie werden Begriffe von Gewaltverbrechen und Ideologie im aktuellen wissenschaftlichen Diskurs geprägt?
– Welche neuen Erkenntnisse werden in Mikro- und Makrostudien anhand von Konzepten wie "Referenzrahmen", "Gewalträume", "Gewaltsegmente", "Eigendynamik der Gewalt", "Interaktion der Gewalt-Träger" und "historische Transformationen der Gewalt" hinzugewonnen, welche Aspekte werden zugleich zurückgestellt und wie wird dieses Vorgehen begründet?
Für eine Berücksichtigung im Tagungsprogramm bitten wir um die Einreichung eines Abstracts des geplanten Vortrags im Umfang von ca. 400 Wörtern und eines Curriculum Vitae bis zum 30. Juni 2013 per E-Mail an: annika.toerne@rub.de
Die Rückmeldung über die Annahme erfolgt bis zum 31. Juli 2013.
Reisekosten bis max. 200 Euro sowie Verpflegungs- und Übernachtungskosten werden für die Vortragenden übernommen. Nach der Tagung ist eine Veröffentlichung in einem Tagungsband geplant. Eine Teilnahme ohne eigenen Beitrag zur Tagung ist möglich und erwünscht, kann aber leider nicht gefördert werden. Wir bitten um eine Anmeldung bis zum 1. September 2013. Die Konferenz beginnt am 4. Dezember 2013 um 16:00 Uhr und endet am 6. Dezember 2013 um 16:00 Uhr.

http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/termine/id=21909&count=25&recno=4&sort=datum&order=down&current=1&search=Ideologie




Страница: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27

Архив
 
Druckversion